Das Veloweggesetz ist noch nicht mal unter Dach und Fach, da schreit SVP Nationalrat Benjamin Giezendanner schon nach mehr «Kostenbeteiligung im Veloverkehr».
Der Lastwagenlobbyist hat darum im Parlament eine Motion eingereicht. 45 Politikerinnen und Politiker aus dem rechtsbürgerlichen Lager haben den Vorstoss mitunterzeichnet. Darunter so illustre Namen wie Doris Fiala, Andreas Glarner oder Mauro Tuena.
Sie alle sind der Meinung, dass Velofahrerinnen und Velofahrer nichts für die Infrastruktur bezahlen. Um das zu ändern, schwebt Giezendanner die Einführung einer Vignette vor. Als Vorbild könne die Autobahnvignette dienen. Grosszügigerweise möchte er die Velofahrenden aber nicht gleich stark wie die Automobilisten zur Kasse bitten: «Vernünftig wäre ein Preis von 20 Franken pro Velo und Jahr», sagte der SVP-Nationalrat gegenüber der SonntagsZeitung.
Werter Herr Giezendanner: Als Velofahrer bin ich gerne bereit, noch mehr für die Strasseninfrastruktur zu bezahlen, als ich mit meinen Steuern eh schon tue. Wenn ich dafür eine so grossartige Infrastruktur wie das Schweizer Nationalstrassen-Netz bekomme, bezahle ich sogar 40 Franken dafür. Ehrenwort! Ich freue mich jetzt schon auf die unterbruchfreie Fahrt auf einer den Velos vorbehaltenen Strecke, auf Strassen, die einen Winterdienst haben und auf Routen, auf denen ich zügig vorankomme und nicht Schlaglöcher oder Tramschienen ausweichen muss.
«Gefordert sind nicht die Velofahrerinnen und Velofahrer, sondern der Bund, die Kantone und Gemeinden.»
Bis das hiesige Velowegnetz aber auch nur ansatzweise mit den Autobahnen verglichen werden kann, wird noch viel, sehr viel Zeit vergehen.
Gefordert sind also nicht die Velofahrerinnen und Velofahrer, sondern der Bund, die Kantone und Gemeinden. Sie müssen den Auftrag, den sie vor mehr als drei Jahren von einer überwältigen Mehrheit der Stimmberechtigten erhalten haben, jetzt ausführen. Und irgendwann einmal werden wir – oder unsere Kinder oder die Kinder unserer Kinder – eine Veloinfrastruktur haben, die so gut ist wie die Schweizer Autobahnen.
P. S.: Wenn wir schon von Kosten sprechen: Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE hat berechnet, dass der Schwerverkehr auf Schweizer Strassen, also die Lastwagen und Sattelschlepper, mit denen Ihr Unternehmen herum karrt, die verursachten externen Kosten nur zu knapp einem Drittel via die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA trägt. Den Grossteil der Kosten trägt die Allgemeinheit, also auch wir Velofahrenden.







