Kein Strassenbauprojekt ohne Verbesserung fürs Velo

Der Zürcher Kantonsrat hat am 28. März zwei Velo-Motionen dem Regierungsrat überwiesen. Die mehr als 1000 Schwachstellen im kantonalen Velonetz müssen damit verbindlich behoben werden.

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Andrea Freiermuth, Pro Velo Kanton Zürich
Kommentar, 29.03.2022

Mit der am 28. März vom Kantonsrat Zürich überwiesenen Motion von Sonja Gehrig, Kantonsrätin und Vorstandsmitglied von Pro Velo Kanton Zürich, können keine Strassenbauprojekte ohne Berücksichtigung des Velonetzplans mehr umgesetzt werden. Die Zeit drängt, und so kann die Behebung einer ausgewiesenen Veloschwachstelle nicht mehr auf «später» vertagt werden.

Sonja Gehrig betont: «Auch wenn ein systematischer Abgleich der Strassenprojekte mit den Schwachstellen im Velonetzplan gemäss Regierungsrat in Zukunft vorgesehen ist, schafft die Motion die dafür nötige Verbindlichkeit – dies für den Kanton wie auch die Gemeinden. Wir müssen bei der Behebung der Velo-Schwachstellen einen Zacken zulegen.»

Mit der zweiten überwiesenen Motion werden die finanziellen Mittel sichergestellt, die für die Umsetzung und Behebung der Veloschwachstellen nötig sind. Damit spätestens bis 2050 die 1200 Velo-Schwachstellen behoben werden können, sind jährlich durchschnittlich 30 Millionen Franken nötig.

«Ein qualitativ hochwertiges Velonetz hilft, den Verkehr zu entflechten und Unfälle zu vermeiden. Es ist für den Alltag sicherer und attraktiver. Und es ist ein Beitrag zum Klimaschutz.»

Sonja Gehrig, Kantonsrätin GLP

Dass dies gut investiertes Geld ist, ist gerade in Zeiten von steigenden Benzinpreisen und der Klimakrise eindeutig: «Ein qualitativ hochwertiges Velonetz hilft, den Verkehr zu entflechten und Unfälle zu vermeiden. Es ist für den Alltag sicherer und attraktiver. Und es ist ein Beitrag zum Klimaschutz», so Gehrig.

Pro Velo Kanton Zürich erhofft sich, dass damit künftig weniger Einsprachen zur Berücksichtigung des Velonetzplans nötig werden. Die beiden Motionen stärken das kantonale Veloförderprogramm und mit der Überweisung der Motionen bekennt sich die Mehrheit des Kantonsrates (GLP, SP, Grüne, EVP und AL) eindeutig zum Ausbau der Veloinfrastruktur.

Der Auftrag an den Kanton Zürich, insbesondere an das Amt für Mobilität sowie das Tiefbauamt, ist damit klar: Mit dem vorhandenen Velonetzplan, einem verbindlichen Umsetzungsplan sowie den bereitgestellten finanziellen Mitteln muss der Kanton einen Gang höher schalten und die Umsetzung des Velonetzplans deutlich vorantreiben. Auch das neue nationale Veloweggesetz verlangt den Ausbau der Veloinfrastruktur innerhalb der nächsten 20 Jahre.