Formel E – Echter Pioniergeist geht anders

Die Formel E soll nächstes Jahr nicht ums Zürcher Seebecken surren, entschied der Zürcher Stadtrat kürzlich. Das ist ein kluger Beschluss, findet unser Gastautor und schlägt eine Alternative vor.

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*Dave Durner
Blog, 11.09.2018

Insgesamt vier Wochen Auf- und Abbau, Nachtlärm und gesperrte Velowege für schlussendlich eine knappe Stunde Autorennen – das dünkt einen schon etwas gar viel Aufwand. Darum ist der stadträtliche Grundsatzentscheid nicht nachvollziehbar, den Anlass in zwei Jahren wieder in Zürich durchführen zu wollen. Denn, seien wir ehrlich, ein Autorennen ist ein rückwärts gewandtes Spektakel, ganz egal, ob die Boliden mit Benzin oder mit Strom angetrieben werden. E-Autos mögen nach Zukunft klingen, bisher sieht's jedoch ganz und gar nicht danach aus. Ausserdem lösen tonnenschwere Elektroautos nur wenige Probleme. Konkret: Die Abgase fallen weg und der Lärm wird weniger, allerdings nur bei tiefen Geschwindigkeiten. Gänzlich ungelöst bleibt das drängendste Problem unserer Städte: Der fehlende Platz. Es macht keinen Unterschied, ob jemand mit einem überdimensionierten Offroader unterwegs ist oder ob er in einem Tesla sitzt (das «er» ist bewusst gewählt: Ich habe noch nie eine Frau am Steuer eines Teslas gesehen).

Es gibt jedoch eine Form der Elektromobilität, die ganz viele dieser Probleme löst: Das E-Bike. Lärm? Nö. Abgase? Njet. Gesundheitsnutzen? Ja. Lockere Überwindung schwieriger Topographie? Absolut. Und, in Städten ganz besonders wichtig: Ein E-Bike braucht kaum Platz.

Deshalb: Liebe Zürcher Stadträte und Stadträtinnen, seid mal richtig innovativ und macht Zürich mit einem E-Bike-Rennen zum Zentrum der zukunfts- und stadtverträglichen Mobilität. Mit Filippo Leutenegger, Sport-Stadtrat und E-Bike-Fahrer, habt ihr auch schon den richtigen Mann dafür im Team.

*Dave Durner ist Geschäftsleiter von Pro Velo Zürich.

Bild: So stellen sich die Formel E-Organisatoren Zürich vor / Copyright:e-Formel.de