Alles halb so schlimm

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Blog, 25.01.2018

Wer häufig E-Bike fährt, kann auch stürzen. Diese bahnbrechende Erkenntnis hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung kürzlich zu einer Medienmitteilung bewogen. Man kann der Bfu vieles vorwerfen (siehe «Immer wieder grüsst der Velohelm»). Das ins Blaue hinausposaunen von Hypothesen gehört nicht dazu.

So basiert die jüngste Aussage der Präventionsorganisation auf harten Fakten. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung hat mehr als 4000 (!) Elektrovelofahrende befragt.

«Rund jeder Sechste hatte bereits einmal im Strassenverkehr einen Selbstunfall», ist im Bericht zu lesen. Und weiter: «Mehrheitlich verunfallen routinierte Personen. Alle Altersgruppen sind gleichermassen betroffen. Drei Viertel der Selbstunfälle enden glücklicherweise glimpflich.» Aha, wieder was gelernt!

Ferner ergibt die gross angelegte Befragung der Bfu, dass Personen, die ihr Elektrovelo im Winter benutzen, «besonders gefährdet» sind. Das Ausrutschen wird denn auch als häufigster Grund für Selbstunfälle genannt.

Die E-Bikerinnen und E-Biker selbst erachten ihr Gefährt übrigens als nicht gefährlich. Acht von zehn Befragten sind laut Bfu der Meinung, dass ihr Selbstunfall auch mit einem normalen Velo passiert wäre.

Alles halb so schlimm also und eine willkommene Faktenanalyse in Zeiten, wo auch gerne von «rasenden Rentner» gesprochen wird. Die Untersuchung bestätigt letzten Endes eine simple Gleichung. Wenn mehr Velo oder E-Bike gefahren wird, ereignen sich auch mehr Unfälle. So ist die Aussage der Bfu nur logisch, dass sich die Verkehrssicherheit der E-Bike-Fahrenden – und natürlich auch die der übrigen Radfahrenden – in der Schweiz mit Infrastrukturmassnahmen oder regelmässigem Strassenunterhalt verbessern liesse.

Weitere Informationen
Immer wieder grüsst der Velohelm

Foto: ZVG