Wirbel um Cancellara-Kreisel: Ein goldener Dorn im Auge?

In Ittigen sorgt das goldene Cancellara-Denkmal für Ärger. Ein Bürger hat Anzeige erstattet: Die Kosten seien explodiert und eine Baubewilligung fehle. Nun ermittelt der Regierungsstatthalter.

Aline Kuenzler, Autorin (aline.kuenzler@velogisch.ch)
News, 27.01.2026

In der Berner Gemeinde Ittigen sorgt ein Denkmal zu Ehren von Radsport-Idol Fabian Cancellara für rote Köpfe. Inmitten des Kreisels am Bahnhof thront ein überdimensionierter Nachbau jenes Velos, mit dem der Lokalmatador sein letztes Rennen bestritt. Doch die glänzende Hommage scheint zumindest einer Person ein Dorn im Auge zu sein.

Wie die Tageszeitung «Der Bund» berichtet, erhebt ein Bürger schwere Vorwürfe: Das Denkmal sei ohne die nötige Baubewilligung erstellt worden. Seit Sommer 2023 steht das goldene Rennvelo als Symbol für den erfolgreichsten Schweizer Radprofi der Neuzeit auf dem Verkehrskreisel.

Kosten verdreifacht?

Stein des Anstosses sind vor allem die Finanzen. Das Projekt war ursprünglich mit einem Kostendach von rund 50'000 Franken für Bau und Gestaltung budgetiert. Laut Recherchen des Klägers soll die Installation am Ende jedoch rund 170'000 Franken verschlungen haben. Diese massive Kostenüberschreitung sorgt in Teilen der Bevölkerung und der Lokalpolitik für Unmut.

Vorwürfe: Fehlende Bewilligung und Kompetenzüberschreitung

Kritiker werfen der Gemeindeverwaltung vor, dass sowohl das Betonfundament als auch das Podest des Denkmals ohne rechtskräftige Baubewilligung errichtet worden seien. Zudem herrschen Unklarheiten darüber, ob der Gemeinderat die Kompetenz hatte, diese Mehrkosten ohne weitere Beschlüsse abzusegnen.

Der Fall liegt nun beim Regierungsstatthalteramt. Eine aufsichtsrechtliche Anzeige wurde eingereicht, weshalb die Behörde nun prüfen muss, ob Planung, Finanzierung und Ausführung des «Cancellara-Kreisels» regelkonform waren.

 

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