Veloparkverbot in Velometropole

In einem Kopenhagener Stadtteil wurde neu ein Veloparkverbotschild eingeführt. Das Signal gibt der Stadt die Befugnis, falsch abgestellte Fahrräder zu beschlagnahmen. Die Massnahme ist aber dennoch velofreundlich.

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 30.09.2021

Im Stadtteil Østerbro, direkt neben der Metrostation Poul Henningsens Plads, hat die Velometropole Kopenhagen ein besonderes Schild aufgestellt: Direkt neben knapp 100 Veloständern steht jetzt ein Veloparkierverbotsschild.

Die Stadt hat das Schild in Verbindung mit der Meldung des örtlichen Quartiervereins, dass Fussgänger zu wenig Platz haben auf dem Trottoir, an der einen Ecke der Metrostation aufgestellt. Das Problem ist, dass viele Velofahrerinnen und Velofahr ihre Räder direkt beim Haupteingang der Metrostation auf dem Trottoir neben den Veloständern abstellen, obwohl oft viele Veloständer frei wären.

Der Quartierverein wollte deshalb 82 Veloständer an der Ecke entfernen lassen. Die Stadt möchte aber nach Möglichkeit keine Veloständer abbauen. Stattdessen hat die dänische Metropole mit einem Schild eine unkonventionelle Lösung gewählt, die signalisiert, dass Velos hier nicht abgestellt werden dürfen – Fahrräder in Veloständern ausgenommen.

Wer sein Zweirad dennoch einfach aufs Trottoir stellt, riskiert, dass es von der Stadt beschlagnahmt wird. Die dänische Zeitung Berlingske schreibt, dass die Vizedirketorin der Technik- und Umweltverwaltung Lone Byskov so testen möchte, ob das neue Schild das Problem lösen kann.

Sollte es nicht den gewünschten Effekt haben, wäre eine andere Lösung, 30 Veloständer zu entfernen und das Trottoir zu verbreitern. So enstünde genügend Platz für Velos und Fussgänger. Allerdings würde diese Alternative 100'000 Kronen (umgerechnet etwa 14'600 Franken) kosten. Das Schild hingegen war mit 2500 Kronen sehr günstig.

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