Der Strassenverkehr in der Schweiz fordert jedes Jahr Todesopfer. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 wurden 100 Personen bei Verkehrsunfällen getötet. So beklagenswert jedes verlorene Menschenleben ist; laut Bundesamt für Strassen ist das der zweittiefste Stand seit Einführung der halbjährlichen Unfallstatistik im Jahr 1992.
Negativtendenz unterbrochen...
Velo- und E-Bike-Fahrende haben im Gegensatz zu Automobilisten keine schützende Karosserie um sich. In den vergangenen Jahren bewegte sich die Anzahl Getöteter und Schwerverletzter denn auch auf konstant hohem Niveau. Zwischen Januar und Juni 2018 starben 12 Radfahrerinnen und E-Biker auf Schweizer Strassen. Mehr als 500 wurden schwer verletzt. Dennoch wurde «bei den Getöteten die stärkste Abnahme im Vergleich zum Vorjahr bei den Velofahrenden, vor allem in der Gruppe der 30- bis 59-Jährigen, beobachtet», heisst es beim Astra.
...ausser beim E-Bike
Auch in der Kategorie der Schwerverletzten fällt die Unfallstatistik positiv aus. Unrühmliche Ausnahme sind die E-Bike-Fahrenden. Der anhaltende Elektroveloboom wirkt sich deutlich auf die Unfallzahlen aus. Die Anzahl der schwer verletzten Personen ist 2018 bei den E-Bikerinnen und E-Bikern im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte angestiegen (+48,4%).
Besonders unfallanfällig ist laut Astra die Altersgruppe der über 40-Jährigen. «Die schwer verletzten 40- bis 49-Jährigen verunfallten vermehrt auf schnellen E-Bikes, während die über 50-Jährigen in höherem Mass auf langsamen E-Bikes verunfallten», so die Analyse des Bundesamtes für Strassen Astra.
Gemäss Bundesamt für Strassen ist auffällig, dass im April 2018 ein Anstieg der schwer verletzten oder getöteten Elektrovelofahrenden zu beobachten ist. Das Astra nennt als mögliche Ursache das Wetter. Nach einem nasskalten Winter präsentierte sich der April sonnig und warm. Die frühsommerlichen Temperaturen lockten mehr Zweiradfahrer auf die Strasse.
Definitive Zahlen erst 2019
Die Halbjahresstatistik der Strassenverkehrsunfälle basiert auf dem Verkehrsunfallregister des Astra. Es erfasst Unfälle auf öffentlichen Strassen oder Plätzen, in die mindestens ein motorisiertes oder nicht motorisiertes Fahrzeug oder ein fahrzeugähnliches Gerät verwickelt ist. Die Ergebnisse sind provisorisch. Die definitiven Zahlen werden in Frühjahr 2019 veröffentlicht.
Foto: pixabay.com







