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28.06.2022
Der Verkehr in der Schweiz verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Der grösste Hebel befindet sich beim motorisierten Privatverkehr, wie Berechnungen des Bundesamts für Raumentwicklung ARE erneut zeigen.
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28.06.2022
Durch eine Internalisierung der externen Kosten und Nutzen würden sie denjenigen angelastet oder gutgeschrieben werden, die sie verursachen. (Bild: BUNDjugend, flickr.com)
Wir alle bezahlen für unsere Mobilität, zum Beispiel durch den Kauf eines Zugbillets oder neuer Veloreifen. Das sind die sogenannten internen Kosten des Verkehrs. Sie sind für die Verkehrsteilnehmenden direkt spürbar.
In diesen Preisen nicht enthalten sind die externen Kosten des Verkehrs, die ebenfalls durch die Mobilität verursacht werden. Sie fallen zum Beispiel als Folge von Schäden in der Umwelt an und werden von Dritten – der Allgemeinheit oder zukünftigen Generationen – getragen.
Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE hat im Juni neue Berechnungen für das Jahr 2019 veröffentlicht. Die Ergebnisse bestätigen einen Trend: Seit 2010, dem Beginn der systematischen Erhebung, haben die externen Kosten des Verkehrs um 16 Prozent zugenommen.
Im Jahr 2019 beliefen sich die externen Kosten des Verkehrs in der Schweiz insgesamt auf 14 Milliarden Franken. Das entspricht 1600 Franken pro Kopf, unter der Prämisse, dass sich alle Personen auf die gleiche Weise fortbewegen.
Der motorisierte Individualverkehr allein ist als grösster Verursacher für Schäden in der Höhe von 9.8 Milliarden Franken verantwortlich. Das entspricht 70 Prozent aller externen Kosten. Dahinter folgt der Luftverkehr, der mit 1.5 Milliarden Franken 11 Prozent aller externen Kosten erzeugt. Der Schienen- und der öffentliche Strassenverkehr machen zusammen 10 Prozent aus, dicht gefolgt vom Fuss- und Veloverkehr mit acht Prozent.
Die Umrechnung der externen Kosten in Geldbeträge macht sie greifbarer. Wie komplex der Vorgang aber ist, wird am Beispiel der Gesundheitskosten deutlich.
Medizinische Studien untersuchen den Effekt von Abgasen und Lärm auf die menschliche Gesundheit. Auf diese Weise können die vom Verkehr ausgelösten Krankheiten ermittelt werden. Bei der anschliessenden finanziellen Bewertung dieser Gesundheitsschäden spielt der «Wert eines statistischen Lebens» eine zentrale Rolle. Er drückt aus, wie viel eine Gesellschaft bereit ist, für die Verhinderung eines Todesfalls zu bezahlen.
Im Ergebnis verursacht der Verkehr jedes Jahr gesundheitliche Schäden von 5.2 Milliarden Franken. Konkret bedeutet die Zahl mitunter 17'500 verlorene Lebensjahre.
Klima- und Umweltschäden verursacht der Verkehr jährlich in der Höhe von sechs Milliarden Franken. Davon entsprechen 56 Millionen Franken einem jährlichen Ernteausfall von 94'000 Tonnen Getreide und 139'000 Tonnen Gemüse und Früchten.
Zerstörte Lebensräume für Tiere und Pflanzen führen zu Schäden von jährlich 1.2 Milliarden Franken.
Die vergleichsweise tiefen externen Kosten des Velofahrens werden beispielsweise verursacht durch Unfälle oder die graue Energie in den Fahrrädern.
Weil die körperliche Betätigung aber die Gesundheitskosten senkt, generieren der Fuss- und Veloverkehr als einzige auch einen sogenannten externen Nutzen. Und zwar in der Höhe von 1.4 Milliarden Franken – womit das Endresultat positiv ausfällt. Der Nutzen des Fuss- und Veloverkehrs für die Gesellschaft beträgt unter dem Strich 318 Millionen Franken.

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