Das Training auf der Rolle mag als abstumpfende Hamsterrad-Simulation verrufen sein, bietet aber auch eine Reihe von Vorteilen: Es lässt sich unabhängig von Wetter oder Uhrzeit absolvieren und kommt so berufstätigen Radsport-Begeisterten entgegen. Zudem besteht keine Gefahr durch andere Verkehrsteilnehmer.
Und seit die Heimtrainer smart geworden sind – also mit virtuellen Strecken und passendem Widerstand im Antrieb gekoppelt wurden – ist das Training auf der Rolle viel weniger eintönig. Plattformen wie Zwift erlauben sogar das Training in Gruppen, wobei sich die Teilnehmenden durchaus auch auf verschiedenen Kontinenten befinden können.
Wie nun am Rande der Strassenweltmeisterschaften von Yorkshire bekanntgegeben wurde, hat der Weltradsportverband UCI genau mit der Plattform Zwift eine Absichtserklärung unterzeichnet: Das Ziel lautet, das smarte Rollentraining zur e-Sport-Variante des Radsports weiterzuentwickeln. Die erstmalige Austragung von offiziellen Rollentrainer-Weltmeisterschaften im Jahr 2020 sowie vorgängige Qualifikations-Events und Landesmeisterschaften sollen diesem Vorhaben weiteren Schub verleihen. Offizielle Wettkämpfe werden dabei auf der Zwift-Plattform durchgeführt, die darum zwecks Vermeidung jeglicher Manipulation weiterentwickelt und um verifizierte Fahrerprofile inklusive Leistungseckwerten erweitert werden soll. Das genaue Datum und der Ort der Weltmeisterschaften sowie der Qualifikations-Events wird die UCI zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren. Nach der ersten Austragung der «UCI Cycling Esports World Championships» wird die UCI zudem eine Evaluation vornehmen, eine öffentliche Ausschreibung für die weitere Entwicklung der Disziplin lancieren und auf deren Basis entscheiden, welche Plattform bei künftigen Titelkämpfen zum Zug kommen soll. Zwift hatte sich schon für die soeben zu Ende gegangenen Weltmeisterschaften in Yorkshire einen Partnerschaftsdeal mit der UCI gesichert. Fotos: ZVG
Velorennen im virtuellen Raum: E-Sport auf der Rolle. UCI und Zwift machen gemeinsame Sache
Während Stefan Küng in Yorkshire im Dauerregen zu Bronze fuhr, zeigt sich die WM-Strecke in der virtuellen Zwift-Welt bei besten Wetterbedingungen.







