Velos statt Taxis

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Laurens van Rooijen, Fabian Baumann
11.06.2018

Der Bikesharingmarkt ist hart umkämpft. Erste Anbieter sind bereits wieder vom Markt verschwunden. Seit Kurzem ist auch der Taxivermittler Uber in diesem Geschäft aktiv (Velojournal berichtete). Wollte die Firma ihre Leihvelos zunächst nur in den USA anbieten, steht nun aber bereits der Sprung nach Europa bevor.

Bisher dominierten vor allem Start-up-Unternehmen aus Asien auf den globalen Bikesharingmarkt. Die bekanntesten Namen sind in dieser Hinsicht Ofo, Mobike aus China sowie OBike aus Singapur. Letzterer Anbieter hat mit seinen Velos letzten Sommer auch in der Schweiz für einiges Aufsehen gesorgt. Mit Limebike hat auch ein erstes amerikanisches Unternehmen Leihräder in Zürich positioniert.

Weil Anbieter von sogenannten Freefloating-Systemen, die ohne feste Abstellanlagen auskommen und das Ausleihen der Velos per Smartphone-Apps regeln, teils über Nacht und ohne Absprache mit lokalen Behörden Hunderte von Leihrädern auf öffentlichem Grund abstellten, wurden Forderungen nach verbindlichen Regeln laut. In Zürich musste zum Beispiel OBike auf Geheiss der Stadtregierung viele Velos wieder abziehen. Dennoch spricht einiges dafür, dass der Konkurrenz- und Verdrängungskampf unter den Bikesharing-Anbietern nochmals deutlich an Intensität zulegen könnte.

Uber Jumb Bike
Die Sharing-E-Bikes von Jump sollen ab August in Berlin verfügbar werden – folgen bald auch Schweizer Städte?

Laut einer Meldung vom 6. Juni hat der Taxivermittler Uber in Berlin angekündigt, im Zuge einer Neupositionierung des Unternehmens als Mobilitätsdienstleister mit den «Jump»-Sharingbikes nach Europa expandieren zu wollen. Erst vor zwei Monaten hatte Uber diesen seit 2010 aktiven, US-amerikanischen Bikesharingpionier übernommen, um das eigene Mobilitätsangebot in Städten um eine Variante für kurze Strecken zu erweitern. Prompt lassen sich die Sharingbikes auch über die Uber-App buchen.

Als erster europäischer Standort für die «Jump»-Bikes ist laut einem Bericht der Financial Times (Link) Berlin vorgesehen. Das ist insofern bemerkenswert, als Berlin weitgehend flach ist, die markanten roten «Jump»-Velos aber mit einem Nabenmotor im Vorderrad ausgerüstet sind. Darum sind diese Sharingbikes schon fast für den Einsatz in Schweizer Städten prädestiniert. Ob sie demnächst auch hierzulande auftauchen, bleibt abzuwarten.

Weitere Informationen
Uber macht auf E-Bikes

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