Stöckli beendet Veloverkauf

Stöckli stellt bereits seit zwei Jahren keine eigenen Velos mehr her. Nun beschloss das Luzerner Unternehmer, auch den Verkauf von Fahrrädern ganz einzustellen. Fünf Läden werden geschlossen und 25 Personen verlieren ihren Job.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
News, 20.08.2020

Ende August 2017 verkündete Stöckli, sich aus der Produktion eigener Velos zurückzuziehen. Dies begründete das Management des Luzerner Traditionsunternehmens damit, dass man die selbst gesteckten Ziele in Sachen Aufbau und Expansion einer starken Marke im Velosegment nicht erreicht habe.

Stattdessen wurden in den Sportfachmärkten ab dem Modelljahr 2018 Velos der Schweizer Anbieter BMC, Bixs und Flyer verkauft. Nun verkündet Stöckli-CEO Marc Gläser, dass seine Firma sich künftig voll auf das Wintergeschäft konzentrieren wolle. Der Entscheid sei schon länger gefällt worden, aber das Ausbleiben des Winterschlussverkaufs wegen der Covid-19-Pandemie habe nun die Umsetzung beschleunigt.

Stöckli FilialeDie «Stöckli Outdoor Sports»-Filiale in Wil/SG bleibt als eines von vier stationären Ladenlokalen von der Schliessung verschont.  

Läden schliessen

Als Folge der Aufgabe des Sommergeschäfts werden fünf von insgesamt neun «Stöckli Outdoor Sports»-Sportfachmärkten im Mittelland geschlossen. Bereits erfolgt ist dieser Schritt in Niederlenz, Wädenswil und Zuchwil. Per 31. März 2021 sollen dann auch die Filialen in Kloten und Wolhusen schliessen. Dagegen bestehen die Filialen in St.Légier, Heimberg, Cham und Wil weiter. Dazu kommen die Miet- und Servicecenter in den Skigebieten Sörenberg, Melchsee-Frutt, Hoch-Ybrig und Engelberg.

Um trotz der Schliessung von fünf Verkaufspunkten weiterhin für die Kundschaft im Mittelland da zu sein, setzt Stöckli auf den neuen Onlineshop.

Stöckli-CEO Marc GläserZu geringe Volumen und dadurch ungenügend hohe Margen veranlassten Stöckli-CEO Marc Gläser (links) dazu, den Verkauf von Velos und Zubehör einzustellen.

Laut Stöckli-CEO Marc Gläser operierte das eigene Retailgeschäft wegen des starken Margendrucks nicht profitabel genug. Und das Sommersortiment mit Velos passte schlecht zu Stöcklis im Spätsommer 2017 verkündeter Strategie, sich ganz auf das Skigeschäft zu fokussieren.

Künftig werden in den Sportfachmärkten nur noch Wintersportartikel verkauft. Darum trennt sich Stöckli von 25 Angestellten, darunter acht Velomechanikern. Die Lagerbestände der Marken Flyer, BMC und Bixs werden genauso wie das Velozubehör abverkauft. Für dieses Vorhaben scheint das Timing angesichts der markant erhöhten Nachfrage bei knapper Warenverfügbarkeit immerhin optimal.

Fotos: ZVG

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