Shimano schickt Rennvelos ins Gelände

Im Rennvelobereich sorgen die Gravelbikes für frischen Wind. Der Trend ist so gross, dass nun sogar Shimano darauf reagiert. Der grösste Komponentenhersteller bringt spezielle Gravel-Gruppen auf den Markt.

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Laurens van Rooijen
09.05.2019

Ihren Ursprung haben Gravelbikes in den Vereinigten Staaten: Weil immer wieder Radsportler beim Training auf Nebenstrassen von Autos erfasst und schwer verletzt oder gar getötet wurden, wichen Radsportler auf unbefestigte Routen aus. Zugleich erlaubte das Aufkommen von Scheibenbremsen am Rennrad die Montage breiterer Reifen.

Inzwischen sind viele Radsportlerinnen auf den Geschmack gekommen – auch in Europa, wo Forststrassen und Uferwege viele Möglichkeiten für Rennrad-Touren abseits befestigter Routen und der Gefahren des Strassenverkehrs bieten. Mit dem «Ultegra RX»-Schaltwerk, das wie am Mountainbike über einen «Shadow Plus»-Reibungsdämpfer verfügt, lancierte Shimano bereits vor einem Jahr ein erstes Produkt, das speziell für Gravelbikes gedacht war.

Shimano GRX

Dieses Frühjahr startet der japanische Komponenten-Gigant in Sachen Gravelbikes durch – und das mit gleich drei Varianten der neuen «GRX»-Plattform: Der «RX800» als dem eigentlichen Flaggschiff, der Mittelklasse-Variante «RX600» sowie der «RX400» als Einsteigergruppe.

Shimano GRX-KomponentengruppeOb Ein- oder Zweifach und ob mechanisch oder elektronisch: Shimano deckt mit der neuen «GRX»-Gravel-Plattform fast alle Vorlieben ab.

??Mechanisch und elektronisch

Bei den drei Preispunkten bleibt es nicht: Shimano bietet bei den neuen «GRX»-Gruppen die Qual der Wahl aus Einfach-Antrieben mit elf Gängen oder Varianten mit Umwerfer und 20 oder 22 Gängen sowie aus mechanischen oder elektronischen «Di2»-Schaltungen.

Diese lassen sich mit bestehenden Kassetten mit rennrad-typischer, engerer Abstufung oder einer grösserer Bandbreite, wie man sie vom Mountainbike her kennt, kombinieren. Entsprechend wird ein Schaltwerk mit langem oder kürzerem Käfig montiert.

Für mehr Reifenfreiheit hat Shimano die Kettenlinie an den «GRX»-Kurbeln um 2,5mm nach aussen gerückt, und darum funktionieren diese nur mit «GRX»-Umwerfern, die auf diese Kettenlinie ausgelegt sind.

Auch bei der Anzahl Zähne der Garnituren mit zwei Kettenblättern geht Shimano neue Wege: Diese sind in den Varianten 48/31 sowie 46/30 erhältlich, passend zu den tieferen Tempi bei Fahrten auf unbefestigten Routen. Wie die Umwerfer sind auch die Schaltwerke in elektronischen wie in mechanischen Varianten erhältlich, und integrierte «Shadow Plus»-Reibungsdämpfer halten die Kette in Holperpassagen im Zaum.

Shimano GRX LaufräderAuch tubeless-?ready Laufräder mit breiten Felgen gehören zu Shimanos neuer Gravel-Plattform.

Sicher bremsen

Für einen sicheren Griff auf jedem Untergrund hat Shimano die Brems- und Schalthebel in Details angepasst: Der Drehpunkt der Bremshebel baut um 18mm höher als bei herkömmlichen Armaturen, konkave Aussparungen an den Hebeln verhindern ein Abrutschen und der Griffbereich an den Hoods ist für nochmals mehr Halt texturiert.

Als weitere Besonderheiten bietet Shimano für mehr Bremskraft und feinere Dosierbarkeit unter dem Kürzel «RX815» erstmals Rennrad-Scheibenbremsen mit der im Gelände bewährten «Servo-Wave»-Technologie. Wer darauf verzichten möchte, greift zur konventionellen «RX810»-Variante.

Shimano GRX BremshebelDamit man auch dann fein dosiert bremsen kann, wenn die Hände am Oberlenker sind, dürfen die zusätzlichen Bremshebel nicht fehlen.

Abgerundet wird die neue Plattform für Gravelbikes mit einem Laufradsatz, der konsequent auf Scheibenbremsen und 12mm-Steckachsen ausgelegt ist. Die mechanischen «GRX»-Varianten sollen ab Juni lieferbar werden, die elektronisch geschalteten Pendants ab August.

 

Fotos: ZVG

 

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