Lastenvelos haben sich als gute Alternative zum Zweitauto für Familien entwickelt. Und auch in der Logistikbranche kommen die zwei- und dreirädrigen Lastesel bei Zustellungen auf der letzten Meile immer häufiger zum Einsatz. In der Schweiz sind die Lieferwagen unter den Velos grösstenteils mit elektrischem Hilfsantrieb unterwegs. Mit dem Sharing-System von Carvelo2go bieten der TCS und die Mobilitätsakademie zusammen mit lokalen Gewerbetreibenden Miet-Lastenvelos zu günstigen Tarifen – und damit eine unkomplizierte Chance, ein Cargobike auszuprobieren.
Beachtlich: Je drei Lastenvelo-Hersteller, die an der Umfrage teilnahmen, nannten die Schweiz als ihren zweit- beziehungsweise drittwichtigsten Absatzmarkt.
Verkaufszahlen steigen in der Schweiz
Prompt stieg der Absatz von Lastenvelos 2018 laut Velosuisse in der Schweiz um spektakuläre 325 Prozent an – von 386 auf 1649 Stück. Im vergangenen Jahr nahm die Stückzahl dann wieder um 10 Prozent auf 1485 verkaufte Lastenvelos ab. Bei 204 Lastenvelos handelte es sich dabei um erstmals erfasste, schnelle Varianten.
Die leichte Abnahme dürfte keine Trendwende signalisieren, sondern an der hohen Nachfrage in ganz Europa und dadurch verursachten Lieferengpässen und Lieferzeiten von bis zu einem halben Jahr gelegen haben.
Auch die Covid-19-Pandemie dürfte das Wachstum im Segment der Lastenvelos kaum ausbremsen, so die Erwartung der Hersteller.
City Changer Cargobike
Nun hat das von der EU und dem Lobby-Verband Cycling Industries Europe (CIE) unterstützte Projekt «City Changer Cargo Bike» die Resultate einer Umfrage präsentiert. Diese wurde bereits im Mai unter in Europa kommerziell aktiven Lastenvelo-Herstellern durchgeführt – also zu einem Zeitpunkt, als in vielen Ländern die Ladenlokale noch geschlossen waren. An der anonymisierten Umfrage nahmen insgesamt 38 Hersteller teil. Sieben davon konnten keine Angaben zu ihren Verkäufen im Jahr 2018 machen, da sie erst seit 2019 am Markt operieren.
Während schwere Lastenvelos wie das A.N.T. von ZEG auf professionelle Anwendungen von Kommunen oder Logistikern abzielen ...
Auch dies zeigt die Dynamik des Lastenvelo-Markts. Während diese 38 Hersteller nicht unbedingt einen repräsentativen Querschnitt durch den europäischen Markt darstellen, ist der Vergleich der Absätze der vergangenen beiden Jahre und die Erwartung für das laufende Jahr sehr wohl statthaft. Laut der Eigendeklaration der an der Umfrage teilnehmenden Hersteller haben diese 2018 insgesamt 17’785 Lastenvelos verkauft. Ein Jahr später waren es mit 28’532 Stück satte 60 Prozent mehr.
... positionieren sich andere Hersteller als Alternative zum (Zweit)Auto für Familien.
Hersteller sind optimistisch
Für das laufende Jahr erwarten die Produzenten ein nochmaliges Wachstum von 53 Prozent und 43’610 verkaufte Lastenvelos. Drei der an der Umfrage teilnehmenden Hersteller erwarten, im laufenden Jahr erstmals mehr als 5’000 Lastenvelos zu verkaufen. Dabei wachsen die beiden Geschäftsfelder Privatkunden und Logistiker im Moment in etwa gleich schnell. Und während in der EU 2019 noch jedes vierte Lastenvelo ohne Hilfsmotor ausgeliefert wurde, sinkt deren Marktanteil spürbar. Und nähert sich damit der Situation in der Schweiz an. Für das Frühjahr 2021 ist eine Wiederholung der Umfrage vorgesehen.
Fotos: Laurens van Rooijen, ZVG







