Die vier getesteten Rollentrainer von Bkool, Blackburn, Elite und Tacx unterscheiden sich in der Art und Weise, wie das Velo befestigt und wie ausgeklügelt der Fahrwiderstand gesteuert wird. Mittlerweile kann dieser nicht nur rein mechanisch, sondern auch elektronisch und gar per Smartphone-App reguliert werden.
Für praktisch jedes Befestigungssystem gibt es einfache oder smarte Modelle, und so kann man für einen Indoor-Trainer etwas über 100 oder bis hin zu deutlich über 1500 Franken ausgeben. Doch gleich vorneweg: Die Fahrt auf einem einfachen Rollentrainer wird schnell einmal ziemlich öde.
Nach den Tests ist die Ehrfurcht des Schreibers vor RadlerInnen, die stundenlang auf der Rolle trainieren, grösser als jene vor zähen PässefahrerInnen. Helfen können da allenfalls Musik, Hörbücher, Fernsehen oder Filme, welche ja – weil weder auf Gleichgewicht noch auf Strasse oder Verkehr geachtet werden muss – gut genossen werden können.
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Smart in Form bleiben
Interessanter und kurzweiliger wird es mit den «smarten» Trainern in Kombination mit Apps und Computerprogrammen. Diese steuern den Fahrwiderstand elektronisch und vermögen dadurch Steigungen, Gefälle und damit ausgedachte oder auch reale Strecken nachzuempfinden. Da tut sich eine ganz neue Welt auf. Und das alles zu Hause in der warmen Stube.
So können Küstenstrassen, Pässe, Teile der Tour de France oder Weltmeisterschaftsstrecken nachgefahren und die eigenen Zeiten mit denen von anderen RadlerInnen draussen oder in der Stube erreichten verglichen werden. Die entsprechenden Apps zeichnen Zeiten und Leistung auf und stellen die Daten grafisch dar.
Die smarten Trainingshilfen können mit der Onlineplattform Zwift verbunden werden. Sie ermöglicht es im Stil von Videospielen, sich auf dem Smart-Trainer mit virtuellen oder echten Fahrern auf verschiedenen Strecken zu messen. Zwift bietet auch Trainingspläne an und ermöglicht es, mit anderen Fahrern aus aller Welt zu interagieren und sich zu gemeinsamen virtuellen «Ausfahrten», Trainings oder gar Wettkämpfen zu treffen. Trotz realistischen Widerstands fühlt sich das Fahren natürlich nicht wie im Freien an. Wie sollte es auch: Die frische Luft fehlt, der Fahrtwind ebenso, sodass man schwitzt wie ein Bär. Beim Bkool und Elite irritierte anfänglich die starre, unbewegliche Position des Velos. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Und vor allem ist es lauter, als wenn man übers Land fährt. Die Trainingsrollen rauschen, wummern und wimmern je nach Modell lauter oder leiser. Zudem beginnen sie zu vibrieren, was sich auf den Boden überträgt. «Interessant und kurzweilig wird es mit den ‹smarten› Trainern.» Selbst der «Direto» von Elite, der ruhigste im Testquartett, erzeugt eine beachtliche Geräuschkulisse und droht die Nerven von Mitbewohnern und Nachbarinnen zu strapazieren. Eine dämpfende Unterlage schafft Abhilfe und minimiert die Emissionen. Vor dem Kauf des Hometrainers lohnt es sich, gut abzuklären, ob sich das Velo darauf montieren lässt. Gerade bei neueren Rennvelos oder Mountainbikes, bei denen die Räder nicht mehr mit Schnellspannern, sondern mit sogenannten Steckachsen befestigt werden, braucht es für die Montage noch zusätzlich Adapter, die aber nicht für jedes Modell erhältlich sind. Vorsicht ist zudem bei Carbonrahmen geboten: Einige Hersteller schliessen in ihren Garantiebestimmungen die Kombination mit Rollentrainern aus, die das Velo am Hinterbau fixieren. Die Hersteller der Rollentrainer betonen im Gegenzug unisono, dass die Kombination unproblematisch sei. Schwere Fahrer – oder alle, die auf Nummer sicher gehen wollen – nehmen ein Freilaufrollen-Modell. Oder sie legen sich für das Indoor-Training ein einfaches Alu-Rennvelo zu. Velojournal hat vier Hometrainer in die Stube gestellt. Die Testresultate gibt es als PDF zum Download.
Das Rollentraining ist schweisstreibend – der kühlende Fahrtwind fehlt. Der Fahrtwind fehlt
Achtung bei neuen Rennradmodellen
Test-Resultate: Auch im Winter ist gut Rollen







