Pflege auf zwei Rädern: Wie E-Bikes Zeit, Geld und Wege sparen

500 E-Bikes, 320 neue Modelle mit ABS und täglicher Einsatz bei jedem Wetter: Die Spitex Zürich zeigt, warum Elektrovelos im dichten Stadtverkehr ein entscheidender Erfolgsfaktor sind.

Aline Kuenzler, Autorin (aline.kuenzler@velogisch.ch)
E-Bike, News, 26.01.2026

Die Spitex Zürich gehört zu den Pionierinnen der E-Bike-Mobilität in der ambulanten Pflege. Bereits seit rund 2003 setzt die Organisation in der Stadt Zürich auf E-Bikes und hat diese seither konsequent in den Pflegealltag integriert. Was damals als pragmatische Lösung für kurze Wege begann, ist heute ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen, effizienten und sicheren Mobilitätsstrategie. Im Gespräch mit der Spitex Zürich hat Velojournal Hintergründe dieses Erfolgsmodelles erfahren.

Wirtschaftliche Gründe für das E-Bike

Rund 1500 Mitarbeitende kümmern sich jährlich um die Pflege von rund 10’000 Personen im gesamten Stadtgebiet. «Kurze, flexible und verlässliche Wege sind zentral, um Pflegeleistungen effizient zu erbringen», meint Martin Radtke, der Leiter Marketing und Kommunikation von Spitex Zürich. Er führt aus, dass E-Bikes im urbanen Raum klare Vorteile bieten: Sie kommen ohne Parkplatz aus, ermöglichen zügige Fahrten auch bei dichtem Verkehr und tragen zu einer umweltschonenden Mobilität bei. Schliesslich habe sich die Spitex Zürich aus wirtschaftlichen Gründen für den Einsatz von Elektrovelos entschieden.

500 E-Bikes und 100 Elektroautos

Aktuell verfügt die Spitex Zürich über rund 500 E-Bikes, die an 365 Tagen im Jahr und bei jedem Wetter im Einsatz stehen. Nun wird die Flotte schrittweise erneuert. Über einen Zeitraum von vier Jahren beschafft die Organisation insgesamt 320 neue «Flair»-E-Bikes von Tour de Suisse. Der Schweizer Hersteller hat das Modell eigens für die Pflegeorganisation im Rahmen der Ausschreibung für die Flottenerneuerung 2025 entwickelt. Dieses Ausschreibungsverfahren gewann der E-Bike-Spezialist Rent a Bike (Velojournal berichtete). Ergänzt wird die Zweiradflotte aktuell mit rund 100 Elektroautos, die bei der Spitex dort zum Einsatz kommen, wo Velos an ihre Grenzen stossen.

E-Bikes: Extraklein und mit ABS

Ein zentrales Merkmal der neuen E-Bikes ist das integrierte Anti-Blockier-System. Das ABS sorgt dafür, dass auch bei abrupten Bremsmanövern die Räder nicht blockieren und das Fahrzeug stabil bleibt. Die Spitex Zürich ist nach eigenen Angaben schweizweit die erste Spitex-Organisation, die ihre E-Bike-Flotte mit dieser Technologie ausstattet. «Unsere Mitarbeitenden legen bei jedem Wetter jeden Tag im dichten Stadtverkehr viele Wege zurück. Sicherheit und Komfort sind dabei entscheidend», betont Markus Reck, CEO der Spitex Zürich. Mit den neuen E-Bikes investiere man bewusst in bessere Arbeitsbedingungen und setze ein klares Zeichen für moderne und sichere Mobilität. Neben dem ABS bringen die neuen Modelle weitere Verbesserungen mit sich. Eine vereinfachte Bedienung, zusätzliche Reflektoren und ergonomische Anpassungen erhöhen den Komfort und die Sichtbarkeit im Strassenverkehr. Ergänzend werden elf E-Bikes in der Grösse XS beschafft, damit auch kleinere Mitarbeitende sicher und ergonomisch unterwegs sein können. 

Investitionen in die Infrastruktur

Der ganzjährige Einsatz der E-Bikes stellt hohe Anforderungen an Wartung, Verfügbarkeit und Infrastruktur. Die Pflegeorganisation investiert deshalb laufend in geeignete Garagen- und Ladeeinrichtungen. Am Standort Altstetten etwa steht ein moderner Velokeller zur Verfügung, in dem jedes E-Bike über einen eigenen Stellplatz mit Ladeinfrastruktur verfügt. Für Wartung und Service arbeitet die Organisation mit externen Fachpartnern zusammen, während gezielte Schulungsangebote die Mitarbeitenden im sicheren Umgang mit den E-Bikes unterstützen.

Mit Blick in die Zukunft geht die Spitex Zürich davon aus, dass die Bedeutung der E-Bike-Mobilität im städtischen Raum weiter steigt. «Mit zunehmender Verkehrsdichte braucht es noch mehr Flexibilität im innerstädtischen Raum, und genau dazu leisten E-Bikes einen entscheidenden Beitrag», erklärt der Kommunikationsverantwortliche Martin Radtke.

Die erneuerte E-Bike-Flotte ist deshalb mehr als ein Ersatz bestehender Fahrzeuge – sie ist ein klares Bekenntnis zu einer zukunftsfähigen, sicheren und umweltbewussten ambulanten Pflege in der Stadt Zürich.

 

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