Die positive A-Probe kam zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Einen Tag bevor Mathias Flückiger bei den Mountainbike-Europameisterschaften in München hätte am Start stehen sollen, wurde bekannt, dass er am 5. Juni positiv auf die anabole Substanz Zeranol getestet wurde.
Aufgrund des Testresultats wurde Flückiger vom Radsportverband Swiss Cycling am 18. August provisorisch gesperrt.
Flückiger beteuert Unschuld
Knapp drei Wochen später meldet sich Mathias Flückiger zu Wort. Der Berner Mountainbiker stellt klar: «Ich habe Zeranol nicht wissentlich zu mir genommen.» Laut Flückiger ist die in der A-Probe gefundene Menge des Stoffes Zeranol so gering, dass sie «nur als atypisches Resultat hätte gewertet werden dürfen, nicht jedoch als positives Resultat».
Wegen des laufenden Verfahrens will der Mountainbiker keine weiteren Angaben machen. In einer am 8. September verschickten Medienmitteilung versucht Flückigers Sprecher Christian Rocha aber, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
«Ich habe Zeranol nicht wissentlich zu mir genommen.»
Mathias Flückiger
Keine leistungsfördernde Wirkung
Das mit der Dopingkontrolle beauftragte Labor habe in Flückigers Probe vom 5. Juni nur eine «minimste Menge» der verbotenen Substanz gefunden. Das Labor habe daher im Dopingkontrollrapport darauf hingewiesen, dass das Resultat auf die Konsumation von verunreinigtem Fleisch hindeuten könnte, sagt Rocha. «Zumal Zeranol nicht als Dopingmittel bekannt ist. Die gefundene Kleinstmenge hatte damit ohnehin keinerlei leistungsfördernde Wirkung.»
Gemäss der für solche Fälle geltenden Handlungsanweisung der Welt-Antidoping-Agentur Wada hätte Flückigers A-Probe nur als atypisches, nicht aber als positives Resultat gewertet werden dürfen, so Christian Rocha.
«Die gefundene Kleinstmenge hatte keinerlei leistungsfördernde Wirkung.»
Christian Rocha, Mediensprecher von Mathias Flückiger
Die bei Mathias Flückiger scheinbar gefundene Menge Zeranol sei um ein Vielfaches tiefer (0.3 ng/mL) als der Schwellenwert für mögliche Fleischkontaminationen (5 ng/mL). Zudem habe der Mountainbiker wenige Tage vor und wenige Tage nach dem Test vom 5. Juni zwei negative Anti-Doping-Proben abgegeben.
Der Bikeprofi versuche momentan zu ergründen, wie die verbotene Substanz in seinen Körper gelangt sei. Zudem habe Mathias Flückiger der Schweizer Antidoping-Agentur Swiss Sport Integrity seine Bereitschaft zur vollumfänglichen Zusammenarbeit zugesichert.







