Jedes Velo zählt

Seit drei Jahrzehnten unterstützt das Hilfswerk Velafrica Menschen und Betriebe in Afrika mit Velos aus der Schweiz. Wegen der Corona-Krise fehlen nun aber 5000 Fahrräder. Mit einer Kampagne soll diese Lücke geschlossen werden.

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14.05.2020

Das Hilfswerk Velafrica sammelt seit 1993 in der Schweiz ausrangierte Velos. Diese werden hierzulande instand gesetzt und danach nach Afrika exportiert.

Dort ermöglichten die Fahrräder einen schnelleren, sicheren Weg in die Schule und den einfacheren Transport schwerer Lasten, so Velafrica. Berufsbildungsprogramme in Velomechanik würden jungen Menschen zudem eine Perspektive geben, Einkommensmöglichkeiten entstünden im Verkauf, in der Reparatur und in der Administration.

Kurz: In der Schweiz gespendete Velos entfalten eine breite Wirkung in einer langen Wertschöpfungskette. Wegen der Corona-Pandemie liegt diese Wertschöpfungskette derzeit brach.

Virus trifft Afrika

«Covid-19 trifft uns alle in der Schweiz mehr oder weniger; die Auswirkungen des Virus bei unseren Partnern in Afrika ist aber immens grosser», sagt Matthias Maurer, Co-Leiter von Velafrica gegenüber Velojournal.

«Paradoxerweise nicht mal die Wirkung der Infektion, sondern des Lockdowns. Wer vor der Krise keine Reserven bilden konnte – und wer kann das schon in Madagaskar, Burkina Faso oder Tansania –, wird voll getroffen.» Zusätzlich fehlen nun die Recyclingvelos aus der Schweiz.

Laut dem Hilfswerk konnten während des Lockdowns hierzulande so gut wie keine Velos mehr gesammelt und repariert werden. Die Arbeit sei nur bei einer Handvoll der 30 Verarbeitungspartner in der Schweiz weitergelaufen.

Container verladen und exportieren sei nicht mehr möglich gewesen. Die Partnerunternehmen in Afrika hätten ihren Betrieb teilweise vorübergehend schliessen müssen.

5000 Velos benötigt

Das Hilfswerk lanciert darum nun eine Aktion, um die Partnerbetriebe in Afrika möglichst bald wieder mit dem «Rohstoff» Velo beliefern zu können.

Mit der Kampagne «Jedes Velo zählt» will Velafrica bis zum Velo-Welttag am 3. Juni 5000 registrierte Velospenden sammeln. «Die Anmeldung zur Spende erfolgt online», erläutert Matthias Maurer. Seine Organisation melde sich dann umgehend zurück mit der Angabe, auf welchem Weg das Fahrrad am einfachsten zu Velafrica gelange.

Denn wegen Covid-19 seien die sonst mehr als 400 Abgabestellen in der Schweiz – darunter zahlreiche Bahnhöfe – erst wieder am Hochfahren.


Jedes Velo zählt

Helfen Sie mit und registrieren Sie jetzt Ihre Velospende. Das Ziel sind 5000 angemeldete Fahrräder bis zum Weltvelotag vom 3. Juni.

www.velospende.ch

Foto: Tomas Wüthrich

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