Helmpflicht auf dem E-Bike

Unfälle mit E-Bikes haben in den letzten Jahren zugenommen. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hat nun die Ergebnisse einer breit angelegten Umfrage veröffentlicht. Demnach spricht sich eine klare Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer für schärfere Vorschriften für langsame Elektrovelos aus.

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Laurens van Rooijen
30.10.2018

Jedes Jahr berichten Medien von einer markanten Zunahme von Unfällen mit E-Bikes. Oft wird dabei aber unterschlagen, dass auch die Anzahl der regelmässig im Strassenverkehr bewegten E-Bikes noch immer stark zunimmt.

Während für Fahrer von schnellen Elektrovelos, bei denen die Motorunterstützung erst bei 45km/h aussetzt, eine Helmpflicht besteht, ist dies bei den gewöhnlichen E-Bikes, bei denen sich der Motor bei 25km/h ausklinkt, nicht der Fall. Zumindest noch nicht. Denn die Beratungsstelle für Unfallverhütung hat sich im Rahmen der Bevölkerungsbefragung 2018 auch danach erkundigt, welche zusätzlichen Vorschriften für E-Bikes in der Bevölkerung mehrheitsfähig sind. Befragt wurden dabei insgesamt 2600 Personen in allen drei Landesteilen.

Die Schweizer befürworten eine Velohelmpflicht.
Eine Helmpflicht für langsame E-Bikes beträfe neben vielen Alltagsradlern auch die boomende Sparte der Cargobikes.

Helmtragen soll zur Pflicht werden

Die Resultate der Umfrage sind nur bedingt überraschend. Da nur eine Minderheit der Schweizerinnen und Schweizer selbst per E-Bike unterwegs ist, befürworten satte 78 Prozent der von der BfU Befragten eine Helmpflicht auch für langsame Elektrovelos. Und das, obwohl der Effekt einer Helmpflicht unter Experten durchaus umstritten ist, da hier eher Symptom- statt Ursachenbekämpfung betrieben wird.

Frauen sprechen sich mit 87 Prozent klarer für eine Helmpflicht aus als Männer mit 70 Prozent, und im Tessin fällt die Zustimmung ebenfalls besonders deutlich aus. Auch die Einführung einer Tagfahrlicht-Pflicht wird von über zwei Drittel der Befragten unterstützt. Diese Massnahme hatte der Bundesrat bereits 2017 bei seiner Evaluation des Programms «Via sicura» vorgeschlagen.


Die BfU-Bevölkerungsbefragung wird seit 1995 jährlich bei Personen von 15 bis 74 Jahren in zwei Modulen telefonisch durchgeführt, seit 2016 teilweise online. Die Stichprobe stammt aus dem SRPH (Stichprobenrahmen für Personen- und Haushaltserhebungen) des Bundesamts für Statistik. Die Stichprobe des Moduls 1 umfasst dieses Jahr rund 1100 Personen, jene des Moduls 2 rund 1500 Personen.

 

Fotos: ZVG

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