Ex Apple-Manager steigt bei Canyon ein

Canyon ist der grösste Velo-Direktversender Deutschlands und auch in der Schweiz gut bekannt. Nun erhält das Unternehmen einen neuen Mehrheitsaktionär. Als Investor steigt zudem ein ehemaliger Apple-Manager mit ein.

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Laurens van Rooijen, Jürgen Wetzstein
News, 17.12.2020

Was einst als familiengeführtes Fachgeschäft mit dem Namen Radsport Arnold in Koblenz begann, ist heute zu einem der grössten und innovativsten Velo-Direktversender der Welt geworden: Canyon setzte schon um die Jahrtausendwende konsequent auf den direkten Kontakt zu Kunden über das Internet, investierte darauf massiv in die Entwicklung eigenständiger Produkte und ist heute in fast allen Sparten des Radsports prominent vertreten.

Dieses Jahr verkündete Canyon, dass man auf der Suche nach einem neuen Mehrheitsgesellschafter sei. Wie das Unternehmen rund um Gründer und Mitinhaber Roman Arnold mitteilt, ist die Suche abgeschlossen. Laut Pressemitteilung hat sich Roman Arnold nach «intensiven Sondierungsgesprächen mit potenziellen Investoren» für die Groupe Bruxelles Lambert (GBL) als künftigen Partner ausgesprochen. Gemeinsam mit GBL soll «Canyons Position ausgebaut, die Innovationskompetenz und Technologieführerschaft gestärkt und der Customer Service weiterentwickelt werden», heisst es aus Koblenz.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt soll auf nachhaltige Mobilitätskonzepte gelegt werden. Die Firma GBL hat ihren Sitz in Brüssel und zählt zu den grössten Investmentgesellschaften Europas. Unter anderem ist das Unternehmen der grösste Anteilseigner von Adidas.

Ehemaliger Apple-Manager

Canyon-Gründer Arnold bleibt weiterhin an Bord und wird einen Firmenanteil von 40 Prozent halten. Als Co-Investor an der Seite von GBL steigt Tony Fadell, ehemaliger Senior Vice President der iPod-Sparte von Apple und selbst leidenschaftlicher Radfahrer, bei Canyon mit ein. Roman Arnold erklärt die neue Konstellation wie folgt: «Aus dem Fahrradhersteller von einst ist durch stetigen Erfolg ein globaler, digitaler Champion geworden. Technologie, globale Expansion und sportliche Erfolge – wir haben viel geschafft und erreicht. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um weiter in die Offensive zu gehen, alle Chancen zu nutzen – und die sind grossartig.»

Vorausgesetzt der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden sollen die Transaktionen Anfang 2021 abgeschlossen werden. Zu den Rahmenbedingungen des Deals haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. 

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