An Elektrovelos scheiden sich noch immer die Geister. Kritische Stimmen bezeichnen sie als «Atomtöffli». Andere finden, das Fahren mit Elektrounterstützung sei Beschiss. Befürworter streichen hervor, dass E-Bikes längere Fahrten ermöglichten oder die Mobilität von Menschen erweiterten. Eine neue Studie liefert nun Wasser auf die Mühlen der Befürworter.
Wissenschaftler des norwegischen Instituts für Transportökonomie in Oslo haben die Velonutzung von Personen vor und nach dem E-Bike-Kauf untersucht. Die Resultate zeigen, dass die im Sattel zurückgelegten Kilometer nach dem E-Bike-Kauf drastisch zunehmen. Während die Studienteilnehmer ohne Elektrovelo täglich im Schnitt 2,1 Kilometer Velo fuhren, steigerte sich ihre durchschnittliche Tagesetappe nach dem E-Bike auf 9,2 Kilometer.
Mit den längeren Strecken ging auch eine Veränderung der Verkehrsmittelnutzung einher, halten Aslak Fyhri und Hanne Beate Sundfør in ihrer Studie fest. Demnach wurde das Elektrovelo für Strecken eingesetzt, die zuvor zu Fuss, mit dem ÖV oder im Auto zurückgelegt wurden.
Fyhri und Sundfør haben auch untersucht, ob der «E-Bike Effekt» nachhaltig ist. Schliesslich könnte er auch darauf zurückzuführen sein, dass ein Elektrovelo nach dem Kauf kurzfristig mehr genutzt wird: ganz einfach, weil es neu ist. Diese These hat sich nicht bestätigt.
Vielmehr scheint es so, dass mit der Zeit die E-Bike-Nutzung sogar steigt. «Unsere Daten bestätigen frühere Erkenntnisse, die darauf hinweisen, dass Menschen dazu neigen, einen Lernprozess zu durchlaufen, bei dem sie neue Reisezwecke für die Verwendung des E-Bikes entdecken», schreiben die Autoren.
Foto: ZVG







