Laurens van Rooijen,
Autor
(lvr@cyclinfo.ch)
News,
16.03.2021
Velos werden teurer. Dafür verantwortlich sind steigende Kosten für Rohstoffe und die Seefracht und die gestörte Balance aus Angebot und Nachfrage.
Laurens van Rooijen,
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(lvr@cyclinfo.ch)
News,
16.03.2021
Die Situation der globalen Fahrradbranche ist angespannt. Konsumentinnen und Konsumenten müssen mit höheren Preisen rechnen. (Foto: ZVG)
In jedem Katalog und auf jeder Preisliste ist jeweils in kleinen Lettern vermerkt, dass sich der Lieferant Änderungen bei der Spezifikation wie bei den Preisen ausdrücklich vorbehält. So lange es bei den Wechselkursen nicht zu gröberen Schwankungen kommt wie etwa im Frühjahr 2015 im Zuge der Eurokrise, bleiben kurzfristige Preisänderungen in der Regel aus. Aber die Covid-19-Pandemie sorgt auch in dieser Hinsicht für eine Ausnahmesituation. Dabei gibt es verschiedene Gründe für die steigendenden Preise.
Wegen pandemiebedingter Beschränkungen ist die Seefracht aus dem Lot. Das sorgt für ungewisse Liefertermine und für massiv höhere Transportkosten. (Foto: Thanasis Papazacharias, Pixabay)
Am offensichtlichsten ist die Zunahme der Kosten für die Logistik, vor allem die Container- und Seefracht: Die Preise haben sich innert Jahresfrist auf der Route von Asien nach Europa mehr als Verzehnfacht. Wann sich die Frachtkosten wieder an das Niveau von Anfang 2020 annähern werden, steht noch in den Sternen.
Auch die Preise von Stahl und Aluminium sind in den vergangenen Monaten auf dem Weltmarkt deutlich angestiegen. Dies schlägt direkt auf die Preise von diversen Velokomponenten und -teilen durch. Bei der Präsentation der Marktdaten für Deutschland schätzte Zweirad-Industrie-Verband-Geschäftsführer Ernst Brust die Bandbreite möglicher Preissteigerungen im laufenden Jahr auf 10 bis 20 Prozent.
Die Kosten für Containerfracht zwischen Fernost und Europa explodierten Ende 2020. Zum Vergleich: 2019 lag der entsprechende Wert noch unter USD 1000.–. (Quelle: FT)
Specialized erhöhte die Preise bereits per Anfang November 2020 um durchschnittlich 7.5 Prozent. Auch Flyer sah sich laut CEO Andreas Kessler erstmals in der Firmengeschichte gezwungen, unterjährig Preisanpassungen vorzunehmen.
Mitte Februar kündigte der Orbea an, dass Erhöhungen der Preise unumgänglich seien. Dafür machte der baskische Velohersteller stark erhöhte Logistikkosten und höhere Preise im Einkauf verantwortlich. Auch der Versender Rose Bikes sieht sich aufgrund steigender Kosten in der Zulieferkette gezwungen, die Preise per 26. März quer durch alle Segmente um 8 bis 12 Prozent zu erhöhen.
Wer Teile bauen will, muss zuerst einmal Rohmaterialien beschaffen. Genau dort hakt es im Moment in Asien aber gewaltig. (Foto: Laurens van Rooijen)
Beim Schweizer Importeur Trailworks wurden die empfohlenen Verkaufspreise für Santa-Cruz-Bikes per 1. März um 10 Prozent angehoben. Hier spielen zusätzlich zu den Frachtkosten und höheren Preisen für die Rohstoffe auch die US-Strafzölle von 25 Prozent auf in China gefertigte Carbonrahmen eine Rolle.
Als Importeur diverser Teile- und Zubehörmarken betont Trail Supply, dass man Preiserhöhungen bei der Beschaffung und beim Transport so lange wie möglich abzufedern versuche. Später in der Saison sei ein solcher Schritt aber nicht auszuschliessen.
Die Marktwirtschaft lehrt: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Im Fall von Stahl aktuell zu Ungunsten der Veloindustrie. (Quelle: tradingeconomics.com)
Der Kindervelo-Spezialist Puky erhöhte die Preise bereits Ende Januar und begründete diesen Schritt mit Preiserhöhungen in den Bereichen Logistik, Komponenten und Vorprodukten aus Stahl, die sich teilweise im zweistelligen Prozentbereich bewegten.
Ähnlich klingt es bei der Vertriebsfirma Element Sports, wo man im aktuellen Newsletter nicht nur vor beschränkter Verfügbarkeit und langen Lieferzeiten bei den Kindervelos von Naloo warnt, sondern auch vor möglichen Preiserhöhungen. Auch hier werden die hohen Transportkosten und die erhöhten Preise für Rahmen, Teile und die Assemblage in Asien als Gründe angeführt.
Auch die Weltmarktpreise für Aluminium bewegen sich auf hohem Niveau. (Quelle: tradingeconomics.com)
Der deutsche Fahrradhersteller Tout Terrain sah sich bereits Anfang des Jahres zu Preiserhöhungen bei einigen Produkten gezwungen und schliesst weitere Preiserhöhungen nicht aus. Dazu heisst es aus Gundelfingen: «Seit Mitte 2020 sind viele unserer Lieferanten und deren Partner mit deutlichen Kostensteigerungen für Produkte und Rohstoffe konfrontiert und geben diese nach und nach an uns weiter. Dazu steigern drastisch gestiegene Transportkosten entlang der Wertschöpfungskette den Kostendruck.»
Unterm Strich lässt sich sagen, dass die Velos zahlreicher Marken teurer werden. Einige Preiserhöhungen betreffen bereits den aktuellen 2021er-Jahrgang, andere werden Fahrräder des Jahrgangs 2022 teurer machen.

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