Beim E-Bike-Pionier Flyer droht ein massiver Stellenabbau

Der Schweizer E-Bike-Hersteller Flyer steht vor schweren Zeiten. Aufgrund des schlechten Geschäftsgangs droht der Abbau von bis zu 80 Arbeitsplätzen – rund ein Viertel der Belegschaft am Hauptsitz in Huttwil.

Laurens van Rooijen, Autor

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
News, 14.09.2023

Der Titel in «Berner Zeitung» und «Der Bund» lässt aufhorchen: «Entlässt Flyer ein Viertel der Belegschaft?», schrieben die Medien am 14. September. Im Lead ist die Rede von einem drohenden Kahlschlag beim Schweizer E-Bike-Pionier.

Der Auslöser dieser Berichterstattung war ein internes Schreiben der Unternehmensleitung an die Angestellten, das den Medien zugespielt wurde. In diesem Schreiben verweist das Management auf drastische Umsatzeinbrüche.

Die Rede ist von einer Halbierung der Umsätze und Bestellungen binnen zweier Jahre. Zudem plagen Flyer die steigenden Betriebskosten und sinkende Margen wegen Überbeständen. Der Kern des Schreibens folgt zwei Abschnitte weiter unten in halbfetter Schrift: «Möglicherweise müssen wir rund 80 Mitarbeitenden kündigen».

Flyer bestätigt geplanten Stellenabbau

Velojournal hat Flyer aufgrund der Berichterstattung kontaktiert. Mediensprecherin Anja Knaus sagt auf Anfrage: «Die Flyer AG reagiert auf die schwierige Marktsituation in der Fahrradbranche weltweit und setzt den strategischen Fokus konsequent auf das Kerngeschäft. Vor diesem Hintergrund prüft die Geschäftsleitung Sparmassnahmen, darunter auch einen möglichen Abbau von rund 80 Arbeitsplätzen. Das entsprechende Konsultationsverfahren wurde eingeleitet. Allfällige Massnahmen sind aus Sicht der Verantwortlichen ein unumgänglicher betriebswirtschaftlicher Schritt, um die wirtschaftlichen Grundlagen und internationale Wettbewerbsfähigkeit der Flyer AG nachhaltig und langfristig zu sichern».

Wie viele Personen entlässt Flyer?    

Zur Einordnung: Zu Beginn des Jahres lag die Anzahl Beschäftigter von Flyer noch bei 334, Ende Juli waren es noch 302 Angestellte. Damals bestätigte Flyer gegenüber der Lokalzeitung «Unter-Emmentaler», dass die Erlebnisabteilung am Hauptsitz in Huttwil per Ende Saison geschlossen werde.

Nach dem Versand des Schreibens hat Flyer nun ein Konsultationsverfahren eröffnet. Dieses ist von Gesetzes wegen vorgeschrieben und räumt der Belegschaft eine Frist von zwei Wochen ein, um Alternativen zu einem Stellenabbau zu entwickeln.

Nach Abschluss dieses Verfahrens per 28. September will die Firmenleitung über die Ergebnisse der Konsultation informieren. Auf diesen Termin hin sollte auch klar werden, ob und in welchem Umfang es zu Entlassungen kommen wird.

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