Auf Wachstumskurs

Der Schweizer E-Bike-Hersteller Stromer meldet für das vergangene Geschäftsjahr zweistellige Wachstumsraten. Das Unternehmen ist laut Eigenaussage in acht Ländern Marktführer bei den schnellen Elektrovelos.

Laurens van Rooijen, Autor (lvr@cyclinfo.ch)
News, 09.02.2021

Schon nach dem Jubiläumsjahr 2019 hatte die MyStromer AG ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich vermeldet, wofür vor allem Exportmärkte gesorgt hatten. Für 2020 hat der Hersteller der Stromer E-Bikes die Belegschaft am Hauptsitz in Oberwangen nochmals um rund ein Drittel erhöht.

Eine Folge der gezielten Investitionen ins Unternehmen ist, dass 2020 erstmals in der Firmengeschichte alle in diesem Jahr produzierten E-Bikes komplett in den drei Montage-Linien in Oberwangen montiert wurden – die genaue Anzahl beziffert Stromer im Jahresbericht mit 12'417 Stück. Konkrete Zahlen zum Wachstum des Umsatzes im vergangenen Jahr bietet der Geschäftsbericht leider nicht.

«Die Corona-Pandemie hat den Mobilitätswandel noch einmal verstärkt. Die Menschen entdecken das Fahrrad sowohl in der Freizeit als auch zum Pendeln wieder.»

Stromer-CEO Jakob Luksch

Gute Absatzzahlen

Für den Heimmarkt in der Schweiz meldet das Unternehmen ein Wachstum von 20 Prozent. Für die Niederlande werden ein Wachstum um 19 Prozent und ein Marktanteil im Segment der schnellen E-Bikes von 39.3 Prozent kommuniziert. Auch in Deutschland, Belgien, Frankreich, Dänemark, den USA und Kanada ist der Schweizer Elektrovelohersteller mit seinen Stromer-Modellen nach eigenen Angaben als Marktführer auf Wachstumskurs.

Stromer-CEO Jakob Luksch zieht für das vergangene Jahr folgendes Fazit: «Die Velobranche hat das zweite Rekordjahr in Folge hinter sich, und die Corona-Pandemie hat den Mobilitätswandel noch einmal verstärkt. Die Menschen entdecken das Fahrrad sowohl in der Freizeit als auch zum Pendeln wieder.»

Der Veloboom hat sich laut Stromer auch in Daten der unternehmenseigenen «Omni»-App gezeigt. Laut einer Auswertung wurden im Jahr 2020 auf 55'192 Stromer-E-Bikes eine Distanz von 69'010'676 Kilometern zurückgelegt. Damit pedalierte jede Stromer-Fahrerin und jeder Stromer-Fahrer pro Monat etwas mehr als 100 Kilometer weit.

Ambitionierte Pläne

Für 2021 hat Stromer vor allem im Exportgeschäft ambitionierte Pläne: In den Niederlanden entsteht mit der Stromer Europe BV ein EU-Servicecenter, das Konsumenten schneller helfen und die Lieferfähigkeit erhöhen soll. Für die Märkte in Nordwest-Europa verspricht sich das Unternehmen viel vom Modell «ST2», das dank der Kombination von Zahnriemen und 5-Gang-Getriebe besonders wartungsarm sein soll. Und im Juni 2021 erfolgt die Markteinführung des neuen Flaggschiff-Modells «ST5» – dem ersten schnellen E-Bike mit komplett integriertem ABS-Bremssystem, wie Stromer verspricht.

Jakob Luksch blickt darum zuversichtlich nach vorne: «Wir gehen von einem weiteren, moderaten Wachstum im Jahr 2021 aus. Perspektivisch wird eine Liberalisierung von S-Pedelecs in bevölkerungsreichen Ländern wie Deutschland und Frankreich zu einem starken Wachstum führen.» Angesichts der aktuellen Engpässe in den globalen Zulieferketten muss dieses Wachstum aber noch nicht zwingend im laufenden Jahr erfolgen.

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