530 Meter lange Velobrücke über Gleisfeld in Zürich

Zwischen den Zürcher Kreisen 4 und 5 plant das Tiefbauamt eine Velobrücke über das trennende Gleisfeld. Die Konstruktion der «Landschafts-Brücke» soll optimal auf den Fuss- und Veloverkehr abgestimmt sein.

Julie Nielsen, Redaktorin

Julie Nielsen, Redaktorin (julie.nielsen@velojournal.ch)
News, 03.05.2022

Die Stadtkreise 4 und 5 werden durch das vor dem Hauptbahnhof Zürich liegende Gleisfeld getrennt. Wer von der einen zur anderen Seite gelangen will, muss noch immer grosse Umwege in Kauf nehmen.

Heute verbinden die Langstrassenunterführung sowie die Hard- und Duttweilerbrücke und neu für Zufussgehende der Negrellisteg die beiden Quartiere. Ab 2024 soll der Velotunnel unter dem HB eröffnet und der kommunale Richtplan sieht vor, dass zwischen der Hohlstrasse und der Geroldstrasse eine weitere Fuss- und Veloverbindung entsteht.

Die Velobrücke ist «optimal» für Fuss- und Veloverkehr

Das Beurteilungsgremium um Kristian Schellenberg hat nun aus fünf Beiträgen zum Studienauftrag für diese Verbindung einstimmig das Projekt «Landschaftsbrücke» ausgewählt. Die Brücke überzeugte durch ihr elegantes Design und die innovative Konstruktion, die optimal auf den Fuss- und Veloverkehr abgestimmt ist.

Der 2.5 Meter breite Fuss- und der 3.5 Meter breite Veloweg werden durch einen sich zur Mitte hin erhöhenden und bis zu 1.5 Meter breiten Grünstreifen getrennt. Gleichzeitig trägt das trennende Element die Baukonstruktion zur Stabilisierung der 530 Meter langen Brücke und sorgt für ein angenehmeres Aufenthaltserlebnis beim Queren der Brücke.

Stadtrat Richard Wolff zeigt sich an seiner letzten Medienorientierung von dem Konzept begeistert: «Wir sind gegen Mischverkehr von Zufussgehenden und Velofahrenden». Wolff führt weiter aus, dass sich die Stadt zukünftig gerade um die Gleisfelder herum nochmals verdichten wird. «Die Bedeutung von Fuss- und Veloverkehr nimmt zu. Ich bin sicher, bei einem attraktiven Angebot steigen die Leute um.»

«Wir sind gegen Mischverkehr von Zufussgehenden und Velofahrenden».

Richard Wolff, Stadtrat Zürich

Aus Gesundheits-, Kosten- oder Umweltgründen sei für immer mehr Personen das Velo ein attraktives Verkehrsmittel, und durch das E-Bike können auch deutlich längere Distanzen einfach bewältigt werden.

Einfache Zugänge

Die «Landschafts-Brücke» startet beim Kantonalen Polizei- und Justizzentrum (PJZ) bei der Remisenstrasse und wird bis zur Viadukt-/Geroldstrasse mit Anschluss ans Lettenviadukt führen. Auf Höhe der jetzigen Fussgängertreppe beim Viadukt wird sich eine spiralförmige Velorampe um den Viaduktbogen Bogen B winden, damit Velofahrende problemlos und ohne ausschwenken auf die Brücke hoch- bzw. runterfahren können. Optional könnte es weitere Zugänge zum Gleisuferweg Nord beim Geroldareal geben oder einen Anschluss direkt in die Brauerstrasse.

Richard Wolff betont, dass das Siegerprojekt eine Idee und die Linienführung zeigt. Man dürfe nicht erwarten, dass die Brücke eins zu eins umgesetzt werde. In diesem Jahr wird das Grünkonzept noch weiterentwickelt und das Vorprojekt erarbeitet und konkretisiert. Im Jahr 2027 kommt es voraussichtlich zur Volksabstimmung, bei Annahme könnte die Brücke 2031 in Betrieb genommen werden. Dreiundvierzig Jahre nachdem im Gemeinderat 1988 erstmals ein Postulat dazu engereich wurde. Es wurde aus SBB-Nutzungsgründen damals abgelehnt. Gut Ding will in Zürich eben Weile haben.

Empfohlene Artikel

Lachlan Mortons Alt Tour brachte 750'000 Dollar ein. Das Geld kommt dem World Bicycle Relief zugut. Ein Mann zieht den Hut vor einer jungen Frau.
News

Lachlan Morton und NGO spenden Velos

Beim Test der AAA wurde jedes dritte Velo von den Fahrerassistenzsystemen nicht erkannt.
News

Fahrerassistenzsysteme schützen Velos nicht

Der Velocity Kongress 2024 findet nicht in Zürich statt. Ausstellungshalle mit vielen Ständen.
Kommentar

Doppelt abgewatscht