Gesperrte Pässe fürs Velo: Bald schon preiswürdig?

Der Verein «Pro Alps» will mit einem Preis nachhaltige Mobilitätsangebote belohnen. In der Verlosung um die Auszeichnung sind auch zwei Projekte, die sich ganz dem Veloverkehr verschrieben haben.

Frederic Härri, Redaktor (frederic.haerri@velojournal.ch)
News, 13.10.2026

Im Jahr 1994 sorgte der Verein Alpen-Initiative mit seiner gleichnamigen Volksinitiative für Aufsehen. In ihrer Vorlage forderten die Initianten damals, dass der Alpenraum besser vor den negativen Auswirkungen des Transitverkehrs geschützt wird. Obwohl Bundesrat, Stände- und Nationalrat im Vorfeld ein Nein empfohlen hatten, erzielte die Initiative an der Urne einen unerwarteten Erfolg: Sie wurde vom Schweizer Volk mit 52 Prozent Zustimmung angenommen. Seither ist der Alpenschutz Teil der Bundesverfassung. 

Den Verein gibt es nach wie vor. Nur nennt er sich seit nunmehr bald zwei Jahren nicht mehr Alpen-Initiative, sondern etwas eingängiger «Pro Alps». Und wenngleich der Tätigkeitsbereich angesichts von Bevölkerungswachstum und zunehmender Verkehrsbelastung umfangreicher und komplexer geworden ist, ist das übergeordnete Vorhaben auch unter neuem Namen noch immer dasselbe: sich für eine alpenverträgliche Ausgestaltung der Verkehrspolitik stark zu machen. 

In diesen Monaten vergibt Pro Alps den sogenannten «Bergkristall». Mit diesem Preis sollen nachhaltige, alpine Mobilitätsangebote bekannt und sichtbar gemacht machen. «Wer Verkehr in den Alpen nachhaltiger gestalten will, muss zeigen, dass es geht. Nicht in der Theorie, sondern konkret: durch funktionierende Angebote, durchdachte Infrastrukturen und kluge Kombinationen aus öV, Velo und Fussweg», schreibt die Organisation auf ihrer Webseite. «Mit dem Bergkristall zeigen wir, was vorhanden ist, was funktioniert und was sich übertragen lässt.» 

Autofreie Pässe – das findet Anklang 

Insgesamt acht Projekte sind aktuell in der Verlosung um den Bergkristall. Darunter gehören mit dem «Freipass» und dem «Slow Up Mountain Albula» auch zwei Projekte, die sich dem Veloverkehr verschrieben haben. Der Verein «Freipass» ist der Pionier von autofreien Autopässen und setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass an einzelnen Tagen ausgewählte Passstrassen für den motorisierten Verkehr gesperrt und ganz den Velofahrenden überlassen werden. Das findet Anklang: Vor rund einem Monat verzeichnete der autofreie Klausen (auch Klausen Monument genannt) mit 7800 Velofahrerinnen und Velofahrern einen neuen Teilnehmerrekord.

Ein ähnliches Ziel verfolgt «Slow Up Mountain Albula», das Velofahrenden, Wanderern und Fussgängern jedes Jahr während einiger Stunden den Albulapass zugänglich macht. 

Noch bis Anfang Februar 2027 können Interessierte auf der Webseite von Pro Alps für ihren Favoriten abstimmen. Das Projekt, das bis dahin die meisten Stimmen auf sich vereint, wird mit dem Bergkristall ausgezeichnet. 

Zur Abstimmung:

proalps.ch/bergkristall

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