Abzeichen sammeln

Mit dem Velopass sammeln Kinder an Velokursen Niveau-Abzeichen. Gleichzeitig bildet er ihren Fortschritt auf dem Weg zu selbstsicheren Radfahrenden ab. Ein Angebot von Pro Velo und Swiss Cycling.

Fabian Baumann, Redaktor

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
17.09.2021

Mit einem neuen Sammelheft lernen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren viele Aspekte rund ums Velofahren kennen. Auf spielerische Weise vermittelt der Velopass, wie man sich im Alltag und in der Freizeit sicher auf dem Sattel fortbewegt. Die beiden Löwen Isa und Leo führen durch die verschiedenen Niveaus. Für jede Stufe innerhalb der drei Level «Basic», «Traffic» und «Skills» können Abzeichen gesammelt werden. Die Lernziele bauen aufeinander auf und werden schrittweise herausfordernder.

Der Velopass ist ein Projekt von Pro Velo und dem Schweizer Radsportverband Swiss Cycling. Die zwei Organisationen haben zum Ziel, Kindern Freude am Velofahren zu vermitteln und sie dazu zu befähigen, sicher durch den Alltag zu kurven. Offiziell lanciert wurde das Angebot im Mai. Die Idee dazu sei aber wesentlich älter, sagt Kurt Egli, der als Projektleiter auf nationaler Ebene verantwortlich für die Velokurse von Pro Velo ist und damit auch die Einführung des Velopasses betreute.

«Bereits vor mehr als zehn Jahren haben wir intern darüber diskutiert, ein Abzeichenprogramm zu kreieren.» Bei der Schwimmausbildung kommen Abzeichen seit langem zum Einsatz. Und auch die Schweizer Skischulen kennen mit dem «Snow League Booklet» ein vergleichbares Angebot.

«Bereits vor mehr als zehn Jahren haben wir intern darüber diskutiert, ein Abzeichenprogramm zu kreieren.»

Kurt Egli

«Manchmal haben auch mehrere Seiten dieselbe Idee», fügt Egli augenzwinkernd an. Auch bei Swiss Cycling sei vor einiger Zeit der Plan gehegt worden, ein Abzeichenprogramm für Kinder zu starten. Der Zufall wollte es, dass das Thema vor rund drei Jahren an einer gemeinsamen Sitzung von Pro Velo und dem Radsportverband zur Sprache kam.

Die beiden Organisationen tauschten sich aus und beschlossen, ein Sammelheft auszuarbeiten. «Zusammen erreichen wir mehr, als wenn jede Organisation nur für sich schaut», sagt der Velokursverantwortliche von Pro Velo.

Alle Aspekte des Velofahrens

Mit dem Velopass gibt es nun ein nationales Sammelheft für Kinder. Es können Kurse von unterschiedlichen Veranstaltern besucht werden. Abzeichen gibts bei den Pro-Velo-Fahrkursen und den Trainings der Swiss-Cycling-Vereine sowie angeschlossener Bikeschulen. Und auch einige Schweizer Schneesportschulen setzen den Velopass im Sommer bei Bikekursen ein, aktuell beispielsweise in den Walliser Tourismusorten Anzère, Vercorin und Morgins.

Die verschiedenen Anbieter decken unterschiedliche Niveaus des Velopasses ab. Der Basic-Teil wird von allen angeboten. Hier lernt der Nachwuchs die Grund­fähigkeiten auf dem Fahrrad. Um den Skills-Teil kümmern sich vor allem die Bikeschulen und -Clubs. Auf diesem Niveau entwickeln die Kinder die persönliche Technik auf dem Sattel weiter. Zudem lernen sie Kompetenzen, die über die elementaren Verkehrsregeln hinausgehen.

Der Traffic-Teil wird nur von Pro Velo abgedeckt. In den Kursen geht es um die Verkehrsregeln und das richtige Verhalten auf der Strasse. Das Niveau wird mit der offiziellen Veloprüfung abgeschlossen.

Integration in Kursangebot

«Der Velopass ist so aufgebaut, dass die Kursveranstalter an den Kursen A und B, teils BF mit ihm arbeiten können. Dabei gibt es keine oder nur kleine Änderungen am bestehenden Kursprogramm von Pro Velo», erläutert Kurt Egli. Regionalverbände könnten den Velopass damit leicht in ihr Kursangebot integrieren.

«Die Eltern sind durchs Band weg bereit, den bescheidenen Unkostenbeitrag von fünf Franken für den Pass zu berappen.»

Kurt Egli

An zwei Webinaren im August wurden die Projektverantwortlichen der Regionalverbände über die Arbeit mit dem Velopass informiert. Eine detaillierte Einführung wird es zudem an einem Seminar des Projektleitertreffens am 20. November geben.

In Winterthur, wo er selbst an den Kursen tätig sei, werde der Velopass bereits eingesetzt, sagt Egli. Das Angebot komme bei den Kindern sehr gut an. «Und die Eltern sind durchs Band weg bereit, den bescheidenen Unkostenbeitrag von fünf Franken für den Pass zu berappen.»

An zwei Kursen habe er bereits mehr als 50 Pässe abgeben können, so das positive Zwischenfazit nach dem Start. Zudem seien sie auch im Shop velokiosk.ch erhältlich. Wer möglichst schnell einen Velopass in den Händen haben wolle, könne ihn bequem dort bestellen, fügt Egli an.

www.velo-pass.ch