Veloputzen in Zürich: Wenn der Ständer plötzlich leer ist

Ist Ihr Velo in Zürich verschwunden? Nicht immer steckt Diebstahl dahinter! Die Veloordnung entfernt jährlich 4000 Fahrräder von öffentlichen Plätzen, wenn sie über 30 Tage unbewegt sind. So findet man sie wieder.

Fabian Baumann, Redaktor (fabian.baumann@velojournal.ch)
News, 29.10.2025

Oh Schreck, das abgeschlossene Velo im öffentlichen Veloständer ist weg! Doch nicht immer stecken kriminelle Machenschaften dahinter, wenn ein Fahrrad in Zürich verschwunden ist. 

Viele wissen nicht: Die Veloordnung von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) bewirtschaftet Tausende öffentliche Abstellplätze im Stadtgebiet.«Das heisst, wir räumen diese Veloabstellplätze auf, halten sie sauber und nutzbar», erklärt ERZ-Sprecherin Maria Colon auf Anfrage von Velojournal.

Wenn 30 Tage Parkzeit zu viel sind

Die städtische Veloordnung putzt aber nicht nur. Sie sammelt auch Fahrräder ein, die «nachweislich mindestens 30 Tage nicht bewegt worden sind». Jüngst etwa beim Lochergut im belebten Wiedikon. 

«Jährlich sammeln wir rund 4000 Velos in der Stadt Zürich ein.»

Maria Colon, Mediensprecherin ERZ

Die an diesem Morgen abtransportierten Räder standen laut ERZ-Mitarbeitenden sogar seit April, also ganze sechs Monate, verlassen an den Abstellplätzen. Das sind keine Einzelfälle, wie es bei ERZ heisst. «Jährlich sammeln wir rund 4000 Velos in der Stadt Zürich ein», so Colon.

Was passiert mit den abtransportierten Velos?

Fahrräder und E-Bikes, die die Veloordnung einsammelt, werden registriert und eingelagert. Die Besitzerinnen und Besitzer haben 90 Tage Zeit, online einen Suchauftrag auszufüllen. Laut der ERZ-Sprecherin gehen jährlich etwa 2000 Anfragen bei der Velosuche ein. In gut der Hälfte der Fälle finden Velo und Eigentümer auf diesem Weg wieder zusammen.

Haben Sie Ihr Velo abgestellt und es ist bei Ihrer Rückkehr nicht mehr da? Füllen Sie allenfalls einen Suchauftrag aus.

Ein zweites Leben in Afrika

Die Mehrheit der eingezogenen Fahrräder kann aber niemandem zugeordnet werden – die Eigentümer scheinen ihr Zweirad nicht zu vermissen. 

Deshalb übergibt ERZ jedes Jahr gegen 3000 Velos den Sozialen Einrichtungen und Betrieben der Stadt Zürich. «Diese spenden fast alle Velos der Einrichtung Velafrica», weiss Maria Colon zu berichten. Auf diesem Weg verbessern die Fahrräder aus Zürich die Mobilität in ländlichen Regionen Afrikas.

Am Hauptbahnhof gelten 48 Stunden

Die maximale Parkdauer von 30 Tagen gilt nicht überall. Seit Mai 2025 dürfen Fahrräder und E-Bikes rund um den Hauptbahnhof Zürich und in der neu eröffneten Velostation Stadttunnel nur für maximal 48 Stunden parkiert werden. Danach werden sie eingezogen, um wieder freie Plätze zu schaffen.

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