«Anspruchsvolle» Seebrücke wird velofreundlicher

Der Luzerner Regierungsrat will die Sicherheit für Velofahrende und Fussgänger auf der vielbefahrenen Seebrücke verbessern. Dem Beschluss ist jahrelange Kritik aus Bevölkerung und Politik vorausgegangen.

Aline Kuenzler, Autorin (aline.kuenzler@velogisch.ch)
News, 20.02.2026

Die Seebrücke in der Stadt Luzern verbindet den Bahnhof mit der Altstadt und gehört zum übergeordneten Kantonsstrassennetz. Täglich passieren dort mehr als 30’000 motorisierte Fahrzeuge, rund 6500-10’000 Velos sowie bis zu 40’000 Fussgängerinnen und Fussgänger, wie die Luzerner Zeitung schreibt. Trotz dieser intensiven Nutzung sind die Velospuren ohne bauliche Abgrenzung direkt zwischen den Fahrspuren angelegt, was insbesondere bei hohem Verkehrsaufkommen als gefährlich gilt. 

«Eine sichere Seebrücke für Velos»

Im Juni 2025 reichte die grüne Kantonsrätin Rahel Estermann gemeinsam mit weiteren Mitgliedern aus Mitte, FDP, SP und GLP das Postulat für «eine sichere Seebrücke für Velos und mehr Platz für Fussgänger*innen» ein, mit dem der Regierungsrat aufgefordert wurde, zu prüfen, wie die Situation auf der Seebrücke sicherer gestaltet werden kann. Anfang Februar 2026 wurde das Geschäft im Regierungsrat behandelt.

Der Regierungsrat hat das Anliegen im Rahmen seiner Antwort als erheblich anerkannt und signalisiert, dass er verschiedene Varianten untersuchen will. In der Ratsdebatte wurde festgehalten, dass die Situation auf der Seebrücke «anspruchsvoll» und für Velofahrende sowie Fussgänger «nicht zufriedenstellend» sei. Zu möglichen Verbesserungsansätzen zählen eine Verbreiterung der bestehenden Brücke oder der Bau einer zusätzlichen Brücke sowie eines Fussgängerstegs neben der Seebrücke. Kurzfristige Sofortmassnahmen sollen unabhängig von diesen baulichen Massnahmen bald eine Erhöhung der Velosicherheit bringen.

Die Prüfung dieser Ideen soll im Rahmen des Masterplans Bahnhofraum Luzern erfolgen, in dem Stadt und Kanton gemeinsam die Verkehrsführung rund um den Bahnhof überarbeiten.
Offiziell heisst es in der Antwort des Regierungsrats, er sehe den Handlungsbedarf und sei bereit, die Velosicherheit auf der wichtigsten Verkehrsachse der Stadt Luzern systematisch zu verbessern. Konkrete Massnahmen und Zeitpläne werden derzeit noch erarbeitet und sollen im Laufe des Jahres 2026 vorgestellt werden. 

Reaktionen aus der Politik

Die Grünen Luzern reagierten positiv gegenüber Nau: Der Regierungsratsentscheid sei ein wichtiger erster Schritt, um «endlich für mehr Platz und Sicherheit für Velofahrende und Fussgänger» zu sorgen. Gleichzeitig fordern sie, dass die vorgeschlagenen Sofortmassnahmen zügig umgesetzt werden, damit sich brenzlige Situationen auf der Brücke nicht weiter verschärfen. 

Auch Mitglieder der Mitte, der FDP, SP und GLP hatten das Postulat unterstützt, was auf eine breite politische Unterstützung für Verbesserungen im Veloverkehr hindeutet. 

Die Prüfverfahren für die verschiedenen Optionen dürften mehrere Monate dauern. Sobald der Regierungsrat und der Kantonsrat konkrete Projekte beschlossen haben, wird erwartet, dass breit abgestützte Massnahmen zur Verkehrssicherheit und zum Platz für Velos auf der Seebrücke realisiert werden. 

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