Töffs auf der Busspur?
17.01.2012
Die IG Motorrad fordert freie Fahrt für Töfffahrer bei Stau und die Beseitigung von gefährlichen – da bei Regen rutschigen – Strassenmarkierungen oder Dolendeckeln. Wie der Tages-Anzeiger vergangene Woche berichtete, hat die IG bereits mit mehrerer Petitionen versucht, den Motorrädern freie Fahrt auf Strassen einzuräumen. So wurde vorgeschlagen, dass Roller und Motorräder Busspuren befahren oder bei Stau zwischen Autokolonnen nach Vorne fahren dürfen. Weil die Petitionen nichts gebracht haben, plane die IG Motorrad darum die Lancierung einer Volksinitiative auf Bundesebene. Die Idee von Zweirädern auf der Busspur ist nicht neu. In der Stadt Zürich wird seit 2008 darüber diskutiert, die Busspur auf der Langstrasse für die Velofahrenden frei zu geben. Bislang hat sich aber nichts getan, denn das Thema ist umstritten. Die Zürcher Verkehrsbetriebe sind nicht begeistert. Die Spur sei zu eng und Velos würden den Bus und somit das Einhalten des Fahrplans behindern. In Basel, Bern, Chur und Winterthur funktioniert das teilweise Nebeneinander von Velos und Bussen aber gut. Dennoch: die meisten Verkehrsbetriebe wollen nur Busse auf der Busspur. Sollten motorisierte Zweiräder auf Busspuren zugelassen werden, würde dies für Konfliktpotenzial sorgen. Vielleicht hat die IG Motorrad bei ihrem lauten Nachdenken über Neuerungen in der Schweizer Verkehrspolitik vergessen, dass dabei die Förderung von umweltschonendem und nachhaltigem Verkehr im Vordergrund steht. Freie Fahrt für Motoren gibt es auf Schweizer Strassen genug.
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Auf der Busspur mit Tempo durch die Stadt (vj 2008)