Streit um Velokilometer
23.01.2012
Im Kanton
Fribourg wird der Kampf um die Nachfolge des neugewählten SP-Bundesrates Alain
Berset im Ständerat auch auf dem Velo ausgetragen. Dabei sieht sich
ausgerechnet Pro Velo Schweiz-Präsident Jean-François Steiert
dem Vorwurf der
Velofeindlichkeit ausgesetzt. Hintergrund
der Geschichte: FDP-Herausforderer Jacques Bourgeois hatte dem SP-Kandidaten
Christian Levrat vorgeworfen, er könne nicht gleichzeitig SP-Präsident und
Ständerat sein. Als Antwort darauf meinte Steiert am Kongress der Freiburger
Sozialdemokraten: «In den Hunderten von Stunden, die sein Konkurrent für den
Sport braucht, könnte Christian Levrat sogar noch eine zweite Partei führen.»
Bourgeois, Ehrenpräsident des Freiburger Radfahrerverbandes, absolviert pro
Jahr etwa 6000 Kilometer im Sattel.
Levrat stellte in der Folge klar, dass auch
er ein aktiver Velofahrer sei, jedoch nur etwa 3000 Kilometer pro Jahr fahre.
Steiert
gesteht gegenüber velojournal ein, dass sein Kommentar etwas «salopp» gewesen
sei, sieht ihn aber vollständig aus dem Zusammenhang gerissen. In seiner
zwanzigminütigen Rede habe er Bourgeois vor allem für seine bedingungslose
Unterstützung der Atomkraft kritisiert. Ausserdem sei der Freisinnige selbst
für bürgerliche Verhältnisse Umweltanliegen gegenüber sehr wenig
aufgeschlossen: «Man kann auch Zehntausende von Kilometer Velofahren, die
fehlende grüne Linie kompensiert das nicht», meint Steiert.
Weitere Informationen auf deutsch finden Sie
im Artikel der Basler Zeitung.