Test

Trockene Füsse

Mit dem Winter kommt auch der Regen und der Schneematsch. Neben meteorologischen Unwirtlichkeiten werden Velofahrende oft auch von Autos von allen Seiten vollgespritzt. Wie hält man seine Füsse trocken? Marius Graber

Grundsätzlich kann man drei verschiedene Systeme unterscheiden, seine Füsse bei einer Velofahrt im Regen trocken zu halten: Gamaschen, Überschuhe und wasserdichte Socken (klingt fantastisch, funktioniert aber je nach Modell recht gut.)
Vorweg ein Wort zu den Schutzblechen: Auch sie haben einen bedeutenden Einfluss auf das Fussklima: Sind sie breit genug und möglichst lang, so dass sie den Reifen gut abdecken, halten sie das Spritzwasser des vorderen Reifens zuverlässig von den Füssen ab. Fest montierte Schutzbleche sind in dieser Hinsicht den Steckschutzblechen überlegen. Grosse Wirkung zeigen auch die «Spritzschutzlappen». Sie sind aus Gummi oder PET und werden am unteren Ende des Schutzbleches angebracht. Man kann zwar über die Optik streiten, die Wirkung ist aber beachtlich.

Mit Gamaschen in die Oper
Wer schon mal bei Regen in die Oper geradelt ist, kann ein Lied davon singen: Man steigt mit klatschnassen Füssen vom Velo, Hosen und Schuhe sind unansehnlich vollgespritzt. Hier bieten sich Velogamaschen an: Sie sind schnell an- und ausgezogen, halten die Füsse auf kurzen Fahrten trocken und Schuhe wie Hosen bleiben sauber. Besonders beeindruckt haben hierfür auch die Neos-Überschuhe. Selbst mit Sandalen oder dem edlen Schuh für die Oper kommt man sauber und trocken durch Regen, Schnee und Pflotsch. Der geschlossene Überschuh dichtet perfekt ab, dank Vibram-Sohle lässt sich damit prima laufen und der lange, innen abgedichtete Klett ermöglicht blitzschnelles An- und Abziehen. In Kombination mit einem Regenponcho erhält man für kurze und mittlere Strecken einen ausreichenden und praktischen Regenschutz.
Auf längeren und/oder sportlicheren Ausfahrten sind die Anforderungen an einen Regenschutz für die Füsse jedoch höher: Das Handling darf etwas komplizierter sein und meist wird zusätzlich eine Regenhose getragen. An sie werden, bedingt durch die längeren Fahrzeiten, höhere Anforderungen betreffend Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität gestellt. Die bewährten Schuhüberzüge aus Neopren oder Gore-Tex bieten auf mittlere Distanzen komfortablen Regenschutz, vermögen auf längeren Fahrten aber nie ganz dicht zu halten. Hier hat das Testteam die besten Erfahrungen mit den wasserdichten Socken von Porelle Dry gemacht. Das Handling ist etwas aufwändiger, denn sie sind bei aufkommendem Schlechtwetter nicht so schnell angezogen. Der Schuh wird zwar nass, innen herrscht aber wohlig warmes und trockenes Klima. Zudem bleibt der Gehkomfort vollkommen erhalten.

Klickpedalen
Nicht alle «Regenschützer» sind zusammen mit den Klick-Pedalen gleich gut zu gebrauchen. Bei Gamaschen stört meist der Riemen unter dem Schuh so stark, dass eine Kombination mit den Klickpedalen nicht möglich ist. Die Überschuhe sind oft so gefertigt, dass für die Pedalplättchen eine Öffnung in die Sohle geschnitten wird. Dadurch büsst der Überschuh aber an Dichtigkeit ein oder neigt dazu, mit dem Klick-Mechanismus der Pedale zu verhakeln. Das kann, insbesondere im Gelände oder in der Stadt, gefährlich werden.
Ein guter Regenschutz nimmt dem Regen den Schrecken. Auf der unten stehenden Marktübersicht hat velojournal die bewährtesten Produkte für trockene Füsse zusammengestellt. Stay dry!

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