
Lieber Herr Holschmeyer
Die Autofahrsucht ist ein komplexes
Phänomen, für welches vor allem sozio-ökonomische Faktoren
verantwortlich sind. Prestige, Glanz, Geschwindigkeit, Power,
Sexualität, American Way of Life, Männlichkeit, Individualismus. Die
Sucht ist weit verbreitet, dagegen anzukämpfen ist nicht länger möglich.
Denn wer will ohne Automobile einen Krieg führen? Ausserdem gehören
sämtlich Führer dieser Welt zu den Süchtigen, sprich zum Feind.
Autofahren
verleitet das Gehirn dazu, Serotonin («das Glückshormon», alias
«Aphrodisiakum») auszuschütten. Die Verbindung von Serotonin und den
physikalischen Konditionen in einem Auto, dazu mit Hitze, produzieren im
Gehirn eine Kurzschlussreaktion. Sie führt oft zu Gewaltausbrüchen und
fatalen Begegnungen. Sie hatten Glück, im Winter «aufgeladen» zu werden,
im Sommer hätte die Dame wohl das Gaspedal durchgedrückt.
Also,
verurteilen Sie die Autofahrer nicht, denn sie sind nicht Herren ihrer
Sinne! Bemitleiden Sie sie! Werden Sie von einem Auto angefahren, halten
Sie doch auch noch die andere Seite des Fahrrads hin, denn jeder
Widerstand ist zwecklos.
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