
Man sitzt aufrecht, die Füsse braucht man zum Bremsen, und in die
Kurven geht man ganz sanft und grosszügig. Das leichte Gerät ist sehr
empfindlich. Auf der ersten geraden Strecke überhole ich sämtliche
Schlittenfahrer, der Velogemel ist schnell – sehr schnell.
Peter Balmer, früher Briefträger in Grindelwald, ist Velogemel-Experte.
Er brauste früher mit seiner Posttasche und seinen Paketen tollkühn die
steilen Wege hinunter. Und er war nicht der Einzige. Das zeigen
zahlreiche Aufnahmen im Heimatmuseum Grindelwald. Auf dem Velogemel
kann man sich in bequemer Körperhaltung zu Tal bewegen – auf Schnee und
Eis. Mit diesem Gefährt gibts auch am Schluss der neun Kilometer langen
Abfahrt von der Bussalp keine «Auas» zu hören. Die SchlittlerInnen aber
sitzen wie zusammengedrückte Gipfeli auf ihrem Gefährt.
Seit ein paar Jahren gehört der Velogemel wieder zum winterlichen Bild
in Grindelwald. Er hat sich zu einer touristischen Attraktion
gemausert, und abends hören wir im Restaurant: «Ach Ludwich, die Fahrt
heute auf dem Veelogeemel, det war schon wat janz Besonderes.» Täusche
ich mich? War das nicht die Dame, die mich eben noch als hoffnungslos
altmodisch abgestempelt hatte?
www.velogemel.ch