Trend
zum VollsortimentDer erste Trend: Eine Marke versucht, so viele Zielgruppen wie möglich zu bedienen. Scott bietet zum Beispiel im stark erweiterten Sortiment neben Reise- und Alltagsrädern selbst Zelte und Isomatten. Der zweite Trend ist die Gliederung des Sortiments nach Zielgruppen: Cannondale bietet nicht weniger als 14 «Geschmacksrichtungen», darunter erstmals auch ein Liegerad. Bei Scott sind es zwölf, bei Specialized elf und bei Giant 14 Kategorien, damit vom Schüler über AlltagsradlerInnen bis zum ambitionierten Marathonfahrer alle ihr passendes Velo finden. |
i-Brake: Trommelbremse mit BissEigentlich war sie schon für 2001 angekündigt: SRAMs überarbeitete, kräftigere Trommelbremse i-Brake. Dank gelochter Kühlscheibe soll sie auch auf längeren Abfahrten zuverlässig verzögern, ohne zu überhitzen. Die oft kritisierten tiefen Laborwerte der Sachs-Naben werden jedenfalls deutlich übertroffen, ohne bewährte Vorteile von Trommelbremsen zu opfern: Gleichmässige Verzögerung bei jedem Wetter, kein Felgenverschleiss durch Bremsmanöver und eine aufgeräumte Optik. Den heissen Scheibenbrems-Look durch die Kühlscheiben gibts als Zugabe. |
Manitou Luxe: Hightech für TrekkingräderTrekking-Federgabeln fielen bisher durch knappen Federweg, hohes Gewicht und oft ungenügende Steifigkeit auf. Bisher – denn mit der Luxe überträgt Manitou Merkmale der neusten Black-Federgabeln auf eine Trekkinggabel. Deren Tauchrohre bestehen aus leichtem Magnesium, der Versteifungsbügel liegt in Fahrtrichtung hinter der Gabelkrone, und Schmutzabweiser halten Staub und Nässe von den Innereien fern. Trotz simplem Aufbau – eine Stahlfeder und ein Elastomer schlucken die Schläge, gedämpft wird per Eigenreibung – erreicht die Luxe 70 mm Federweg, rund doppelt so viel wie in dieser Kategorie üblich! |
Tacho-Optik für FahrräderGleich an mehreren Ständen waren Velocomputer zu sehen, deren Design stark an Auto-Tachos erinnert. So bietet Shimano mit dem Ci-Deck Plus eine Batterie von Gang-, Distanz- und Tempoanzeigen, die mit den Schalthebeln verkabelt werden: Der Fahrradlenker wird so zum Cockpit. Aufgeräumter und auf die klassischen Velocomputer-Funktionen beschränkt kommen dagegen die Speedzone-Modelle von Specialized daher. |
Neue Reifen braucht das LandContinental und Schwalbe dominieren den Reifenmarkt bei hochwertigen Alltagsrädern und sind mit neuen Produkten auf dem Markt: Der Contact von Continental bietet auch bei Nässe viel Traktion und wenig Rollwiderstand. Dafür sorgen verschiedene Gummimischungen und Stollen mit feiner Lamellenstruktur. Dank dicht gewobener Karkasse, verstärkten Seitenwänden und einer Kevlar-Einlage dürfte die Pannensicherheit beim neuen Continental-Flaggschiff hoch sein. Für unbefestigte Routen wird im Lauf des kommenden Jahres der stärker profilierte TravelContact lanciert. Eigene Wege geht Schwalbe mit dem BigApple: In der 2.35-Zoll-Ausführung baut diese Walze breit, vor allem aber sehr hoch. Darum passt sie nicht in alle Rahmen (das 2-Zoll-Modell schon eher). Dafür reichen 2.5 bar Luftdruck, um ohne Pannenrisiko, dafür mit umso mehr Komfort radeln zu können – die Furcht der Lautlosen vor Tramschienen ist passé. Das Profil des BigApple ist mit Schwalbes Motorroller-Reifen identisch, der Rollwiderstand bleibt trotz der eindrücklichen Dimensionen des Reifens erträglich. Schlauchlos-Reifen für Alltagsräder bieten erst wenige Hersteller wie Hutchinson und Vredestein an – wegen der sehr begrenzten Felgenwahl bleibt diese Technik vorläufig auf teure MTBs begrenzt. |
Hightech ans AlltagsradErste Prototypen gabs schon im Frühjahr, jetzt ist Shimanos Di2-Gruppe serienreif: 18 Gänge und hydraulische Scheibenbremsen sind nichts Neues, Schaltautomatik und elektronische Steuerung des Fahrwerks dagegen schon: Bei tiefem Tempo und geringer Trittfrequenz verhärten sich Federgabel und -bein, um ein Aufschaukeln des Fahrwerks zu vermeiden. Weil die beweglichen Teile über Strom- respektive Hydraulikleitungen gesteuert werden, entfallen Schalt- und Bremskabel: Das senkt die Bedienungskräfte und den Wartungsbedarf. Bei so viel Aufwand überrascht der Preis kaum: Alltagsräder mit einer Di2-Gruppe werden unter 5000 Franken nicht zu haben sein. Die Giant-Studie gibt eine Vorstellung davon, wie die S-Klasse der Alltagsräder künftig aussehen könnte. |
Ab auf die Piste – per Velo!Wer ohne Auto lebt, kämpft mit speziellen Problemen: Wie bringt man das Board zum Bahnhof? Oder ein Billy-Regal nach Hause? Des Rätsels Lösung heisst XtraBike: Mit Hilfe dieses Bausatzes lässt sich jedes Velo in einen Lastesel verwandeln, der problemlos mit sperrigen Gütern klarkommt. Dazu wird der Lastenaufsatz in die Ausfall-Enden geschoben, die Kette verlängert und das Hinterrad in den Aufsatz montiert – fertig ist die westliche Variante der Rikscha. |