Szene

Ei ei, wer putzt denn da?

Schneemaden auf dem Radweg, Scherben am Strassenrand: Den Velofahrenden werden vielerlei Hindernisse auf die Bahn gelegt, besonders im Winter. Die Leute vom Strassendienst haben es aber auch nicht leicht, wie die Aussagen von Werkhof-Leitern belegen.
«Auf dem Radweg lebt man gefährlich, weil man die Velofahrenden nicht herannahen hört. Nirgends kann man die Gerätschaften und Fahrzeuge abstellen, ohne von Velofahrenden angepöbelt zu werden.» Diese Aussage eines Strasseninspektors aus dem Kanton Bern belegt, dass es auch für die Leute vom Strassenunterhalt nicht leicht ist, den Wünschen der Velofahrenden gerecht zu werden. Das ist mit ein Grund, weshalb Radstreifen, Radwege und generell die rechten Strassenränder weniger gut gesäubert werden als die Autospuren. Dabei sind Velos viel stärker auf glatte und saubere Fahrbahnen angewiesen. Auch die (Kunststoff-)Scherben der Autolichter sind scharf genug, um Pneus zu zerschneiden.
Anlässlich einer Aussprache zwischen dem Velobeauftragten des Kantons Bern, Oskar Balsiger, und den Strasseninspektoren wurden auch noch andere Aspekte angesprochen: Das unkoordinierte Vorgehen zwischen kantonalen und kommunalen Strassenunterhalts-Equipen; der Spardruck bei den Betrieben der öffentlichen Hand; oder das schlechte Image der Velofahrenden als Dauerstänkerer. In den Kantonen laufen die Diskussionen heiss, wie die reichlich fliessenden LSVA-Gelder zu verwenden seien. Eine flächendeckende Verbesserung der Erschliessung wird da etwa gefordert, oder der Ausbau von Brücken und Tunneln, um auch die kleinsten Dörfer für 40-Tönner zugänglich zu machen. Die Velofahrenden sollten sich für einen besseren Unterhalt im Kleinen einsetzen. Gute und sichere Veloverbindungen sind nach wie vor eines der besten Mittel, um das Velofahren attraktiv zu machen.
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