



Ist es Hexerei, wenn Gümmeler von shoppenden
Hausfrauen «abgehängt» werden? Nein, bloss die Demonstration eines der
Trümpfe von E-Bikes, bei denen ein Elektromotor beim Treten mithilft.
Ob beim Anfahren, beim Ziehen eines Anhängers oder in kurzen, steilen
Anstiegen: Die Leichtigkeit, mit denen sich E-Bikes trotz ihres
Gewichts beschleunigen und fortbewegen lassen, ist schwer zu
beschreiben – sie muss, im wörtlichen Sinn, erfahren werden.
Drei
Fragen an Stefan Bracher, Geschäftsleiter E-Bike-Center, Bern:Gibt es so etwas wie typische E-Bike-KundInnen? Generell sind KäuferInnen von E-Bikes über 35 Jahre alt. Auffallend ist der hohe Anteil von Frauen, die gut 50 Prozent der Kundschaft ausmachen. Von den Berufen her ist alles vertreten: vom «Büezer» übers mittlere Kader und Unternehmer bis zum über 80-jährigen Professor. Welches ist der angestrebte Einsatzbereich? In den allermeisten Fällen geht es um täglich zurückzulegende Pendlerstrecken mit einer Distanz von drei bis maximal 25 Kilometern. Oft gestalten auch Familien ihre Ausfahrten mit dem Kinderanhänger dank E-Bikes weniger schweisstreibend. Wie sind Sie mit dem Verkauf zufrieden? Positiv für uns Fachhändler ist, dass es im Segment der E-Bikes weder einen Graumarkt noch Preiskämpfe gibt. Als E-Bike-Center legen wir Wert auf eine gründliche Instruktion der Kundschaft – und zwar vor der Auslieferung. Wir üben den Ausbau und das Einsetzen des Akkus sowie andere Handgriffe. Das erspart der Kundschaft Schäden durch falsche Handhabung und viel Ärger. |
Die Elektro-Mofas
Beim
Heinzmann und beim Tour de Suisse wird die Verwandtschaft zum Velosolex
am deutlichsten. Bei ihnen wird der Schub des Motors unabhängig von der
Tretbewegung über einen «Gasgriff» dosiert. Als einzige im Testfeld
liefern die Nabenmotoren dieser beiden Räder ihre Leistung unabhängig
von der Tretbewegung: Damit können sie auch als Elektro-Mofa gefahren
werden. Dies und der bei beiden Rädern sehr tiefe Durchstieg kommt
Mobilitätsbeeinträchtigten entgegen.
Die Gemütlichen
In
Japan und im EU-Raum darf der Motor bloss bis zu einem Tempo von 20
km/h respektive 24 km/h mitdrehen. Vor allem die PAS-Modelle von Yamaha
sind wegen der (zu) knappen 4-Gang-Schaltung und schwacher Bremsen in
ihrem Einsatzbereich beschränkt. Und auch für die Räder von Mondia,
Merida und Kynast gilt trotz breiterer Gangauswahl: Ihr Motor hilft vor
allem beim Anfahren, ermöglicht dagegen kaum eine höhere
Geschwindigkeit. Klar im Vordergrund steht die Vermeidung von
Belastungsspitzen.
Die Schnellen
Neue
Bereiche punkto müheloser, schneller Fortbewegung erschliessen die
Modelle der schweizerischen Hersteller Velocity und BK Tech, allerdings
auch zu einem höheren Preis. Weil die beiden Firmen ihre Produkte auf
Basis der hiesigen Gesetze entwickelt haben, setzt die Unterstützung
des Elektromotors – wenn überhaupt – erst deutlich jenseits von 30 km/h
aus. Die Folge: Einigermassen Trainierte sind entsprechend rasant
unterwegs. Eigentlich nur konsequent, wenn an solch sportlichen E-Bikes
Scheibenbremsen montiert werden – wie am BK Tech Flyer F6 Deluxe.
Die
Bewertungstabelle ist eine summarische Zusammenfassung der subjektiven
Eindrücke der Testgruppe. Die qualitative Rangfolge wurde dabei nicht
angetastet. Die detaillierten Resultate können bei der
Energiefachstellle der Stadt Basel bestellt oder übers Internet
runtergeladen werden.
www.e-mobile.ch/d/presse/pressetexte/2001/E-Bike-Test_SAFE.html
Anlässlich
des sun21-Festivals stehen am 22. September 2001 auf dem Basler
Barfüsserplatz von 11–18 Uhr alle elf Modelle zum Praxistest bereit.