Schwerpunkt

Vom Carsharing zur kombinierten Mobilität

Mobilstationen – ein Begiff, dem Velofahrende in Zukunft öfter begegnen werden. Damit erhält der «Umweltverbund» nicht nur eine neue Bedeutung. Dahinter steckt auch die Weiterentwicklung von während Jahren erworbenem Know-how. Pete Mijnssen
Die Carsharing-Firma Mobility kann auf ein erfolgreiches, aber auch investitionsreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Sie verkörpert heute wohl am professionellsten die Idee der Mobilstationen. Eine solche umfasst im Idealfall eine Haltestelle des öffentlichen Verkehrs, (gedeckte) Velo-Abstellplätze und evtl. eine Velo-Service-Station (inkl. Velo-Vermietung), sowie weitere Dienstleistungsstellen und ein Restaurant. (s. nebenstehenden Artikel). Selbstredend ist auch ein Mobility-Standort vorhanden. Mobility will dabei in Zukunft nicht mehr nur Autos, sondern auch Zweiräder anbieten. Wie Sabine Ziegler von Mobility Schweiz an einer Tagung der Konferenz der Velobeauftragten in Luzern ausführte, soll das Angebot erweitert und der Umstieg gefördert werden. Mobility rechnet mit einem Umsteigepotenzial von fünf Prozent in fünf Jahren.


Carsharing ist das Beste für den öV
Der Planer Peter Muheim konnte detaillierte Zahlen zum Carsharing (CS) vorlegen. Die BenutzerInnen setzen viel stärker auf die Angebote des Umweltverbundes (öV, Velo, zu Fuss). Wer mit dem Beitritt zu Mobility gar das eigene Auto verkauft, reduziert seine Automobilität von durchschnittlich 9’300 auf 2’600 km im Jahr. Statt dessen benutzen die «UmsteigerInnen» für die Hälfte ihrer Fahrten den öV und für 20 Prozent das Velo. Am meisten profitiert demnach der öV: 1997 erwarben die damals rund 20’000 Mobility-KundInnen für jährlich 32,2 Mio. Franken Abonnemente, für 2,6 Mio. mehr als vor ihrem Beitritt. Wer als CS-BenutzerIn ohne eigenes Auto auskommt, steigt meist auf ein GA um und steigert die öV-Auslagen gar um 80 Prozent. Eine Studie zeigt ein Umsteigepotenzial von über 600’000 Personen und jährliche Abos im Wert von 725 Mio. Wenig überraschend ist, dass Muheim zum Schluss kommt, CarSharing sei «das Beste, was dem öffentlichen Verkehr passieren konnte».

Servicezentren für HPM
Last but not least erläuterte Daniel Leupi, stellvertretender Projektleiter von Veloland Schweiz, die Vernetzung mit der touristischen Infrastruktur. Neben Veloland, den nationalen Routen und dem im Aufbau begriffenen Skatingnetz soll ein eng verzahntes Servicenetz entstehen und von den geplanten «Mobilstationen» profitieren. Mit dem HPM-Projekt der Expo.02 wird die Idee ihre erste Feuerprobe zu bestehen haben.
Kam das Thema Velo im Vortragsteil etwas zu kurz, bekam man beim anschliessenden Rundgang durch die Velo-Infrastruktur in Luzern einen ganz anderen Eindruck. Neben den kontinuierlichen Fortschritten im Routennetz besticht v.a. das komfortable Abstellangebot rund um den Bahnhof, auch wenn die Velostation noch nicht so ausgelastet ist, wie sie sein könnte.

 

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