Vergleiche lohnen sich
Die
Hausrats-Versicherungspolicen unterscheiden sich nur wenig. Bei der
Grunddeckung wurde in den letzten Jahren ein gestohlenes Velo in der
Regel nur noch zum Zeitwert ersetzt. Wer mehr Leistung wollte, musste
dafür extra bezahlen. Alternativen gab es kaum.
Das ist inzwischen
anders geworden. Dafür sorgten die Telefonversicherungen mit ihren
Tiefpreisen. Inzwischen herrscht harter Wettbewerb, und Vergleiche
lohnen sich. Für die VelofahrerInnen ist diese Entwicklung von Vorteil.
Es gibt zwar immer noch Gesellschaften, wie etwa Helvetia Patria, die
ihren Kunden als Entschädigung für das geklaute Zweirad nur den
Zeitwert anbieten. Auch die VCS-Hausratsversicherung reguliert Schäden
so. Bei älteren Velos bekommt man bei diesen Leistungen wegen des
Selbstbehalts von üblicherweise 200 Franken meist nur noch ein paar
Franken ausbezahlt.
Trend Richtung Neuwertversicherung
Der
Trend geht allerdings in die andere Richtung: Praktisch alle grossen
Versicherer ersetzen inzwischen das gestohlene Bike zum Neuwert,
abzüglich eines Selbstbehaltes von normalerweise 200 Franken. Dazu
gehören die Basler, Berner, Winterthur oder die Zürich Versicherung.
Auch die Elvia, die bisher Bikes nicht einmal in die Grunddeckung der
Hausratsversicherung aufgenommen hatte, überlegt sich Zusatzleistungen.
«Eine Änderung dieses Konzepts ist in Vorbereitung», kündigt
Elvia-Sprecher Hansjörg Leibundgut an.
Gedanken, die
Hausratsversicherung für Velofans auszubauen, macht sich auch der VCS.
Hier weist man allerdings auch darauf hin, dass allzu attraktive
Neuwertversicherungen nicht rentieren können und die Gefahr bestehe,
dass versprochene Leistungen später rückgängig gemacht werden.
| Nötig – nützlich – Luxus Was bezahlt meine Hausratversicherung für Schäden an meinem Bike? Kann ich sämtliche Risiken – wie bei einem Auto – absichern? Der Markt ist unübersichtlich. Deshalb gilt: Individuelle Bedürfnisse festhalten, wie hoch man das Bike abdecken will. Versicherbar sind Risiken wie Haftpflicht, Kollisionsschäden, Diebstahlschäden, Rechtsschutz. Bei der Neuanschaffung eines Velos ist neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung (die man mit dem Vignettenkauf automatisch abschliesst) auf jeden Fall empfehlenswert, das Velo in die Hausratspolice einzuschliessen (s. nebenstehenden Text). Dieser Versicherungsschutz gilt übrigens auch bei einem Ferienaufenthalt. Versicherer kennen aber auch die Möglichkeit, Leistungen zu kürzen, d.h., Gründe, in welchen sie die Entschädigung reduzieren. Dies ist dann der Fall, wenn z.B. das Bike nicht abgeschlossen war. Ob auch das Kollisionsrisiko versichert werden soll, hängt vom Preis des Bikes und von der eigenen Risikobereitschaft ab, bis zu welchem Betrag frau/man bereit ist, Kosten selber zu übernehmen. Grundsätzlich ist diese Versicherung nur für Bikes ab einem Neuwert von über 2'000 Franken sinnvoll. Dieses Risiko kann nicht in die Hausratversicherung integriert werden, es ist ein separater Versicherungsabschluss nötig. Dadurch können auch Doppelversicherungen entstehen. Auch hier gilt, das Angebot genau zu prüfen. Die Rechtsschutzversicherung gehört in den Luxusbereich und ist als Grundabsicherung nicht notwendig. Wer mit dem Bike ins Ausland fährt, tut aber gut daran, für diese Zeit einen Schutzbrief zu organisieren (z.B. beim VCS). Darin ist für die Auslandreise auch der Rechtsschutz genügend abgedeckt. Und wichtig für alle Versicherungsabschlüsse: Vertragsdauern sind verhandelbar. Empfehlenswert ist die Jahresversicherung und nicht Laufzeiten von fünf oder mehr Jahren. fairsicherungsberatung® Ruedi Ursenbacher |
| Was kosten Zusatzversicherungen? Wer bei der Basler Versicherung die maximale Deckung für das teure Velo von 2'000 auf 5'000 Franken erhöhen will, zahlt zusätzlich 170 Franken Prämie pro Jahr. Bei der Schweizerischen Mobiliar kosten 1'000 Franken Versicherungssumme 46 Franken pro Jahr, bei einem Selbstbehalt von 10 Prozent, mindestens aber 200 Franken, die man selber bezahlen muss. Eine Alternative ist die Velodiebstahlversicherung des VCS, die nach dem Katalogpreis des Rads berechnet wird. Ein Velo im Wert von 2'000 Franken kann gegen eine Jahresprämie von 145 Franken versichert werden. Für je 1'000 Franken mehr steigt die Prämie um weitere 50 Franken. Ausbezahlt werden bei einem Diebstahl im ersten Jahr nach dem Kauf 90 Prozent, im zweiten noch 80 Prozent und ab dem dritten Jahr noch 70 Prozent des Neuwerts. |