
England und im Speziellen Los Angeles führten bereits
Ende des 19. Jahrhunderts Velopatrouillen ein. Mit dem Autoboom
verschwanden diese jedoch wieder. Erst mit dem Mountainbike führte die
Polizei von Seattle als Erste 1987 wieder Zweiräder ein – mit
durchschlagendem Erfolg.
Treibende Kraft hinter dem Zweiradboom ist die 5000 Mitglieder zählende
International Mountain Bike Association (IPMBA). Die unabhängige
Organisation bietet Ausbildungs- und Weiterbildungsprogramme an und hat
eine rege Konferenztätigkeit entfaltet. Allein in Kalifornien sind 13
vollamtliche Instruktoren im Dienst, und beim Los Angeles Police
Department (LAPD) sind seit über zehn Jahren Fahrradpatrouillen im
Einsatz, mit inzwischen über 200 BeamtInnen.
Besuch aus der Schweiz
Der
Gemeindepolizist Roger Pfister aus Hilterfingen nahm im vergangenen
September als erster Europäer an einem Velo-Weiterbildungskurs in den
USA teil. Seinen Erfahrungsbericht hat er in der Zeitschrift «Police»
veröffentlicht. Darin bestätigt er die Erfahrungen der amerikanischen
KollegInnen und plädiert für die Schaffung von Patrouillen nach
US-Vorbild.
Die heutigen VelopolizistInnen sind SpezialistInnen auf
modernsten Mountainbikes, die durch ein hartes Training hindurch
müssen, bevor sie für Patrouille zugelassen werden. Dazu gehört neben
spezieller psychologischer Schulung und Waffenausbildung auch ein
ausgewachsenes Mountainbike-Training. Die BeamtInnen führen neben
Dienstwaffe und Polizeifunk auf ihrem Gepäckträger auch das ganze
Arsenal mit, welches für einen normalen Polizeieinsatz nötig ist:
Rapportblöcke, Schutzhandschuhe, Handschellen und zum Teil
elektronische Geräte für die Datenübertragung.
Alltags-Veloverkehr profitiert
Die
Polizeipatrouillen führen auch zu einer grösseren Akzeptanz des Velos
durch die AutolenkerInnen, sowie oft auch zu einer disziplinierteren
Fahrweise von Velofahrenden. PolizistInnen auf Velos können eine
Vorbildfunktion einnehmen. Andererseits wächst auf Seiten der Polizei
das Verständnis für die Bedürfnisse der Velofahrenden, und gemeinsam
können Verbesserungen für den Zweiradverkehr eingeleitet werden. Oder
wie es Roger Pfister formuliert: «Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass
insbesondere die Bürgernähe sehr geschätzt wird. Doch leider haben noch
nicht viele Korps in der Schweiz die Vorteile der Bike-Patrouille
erkannt».
Weitere Infos: International Police Mountain Bike Association,
www.IPMBA.org
The Complete Guide to Police Cycling, 256 Seiten mit über 130 Fotos,
erhältlich über
www.galls.com
Warum Velopatrouillen Erfolg haben