Szene

Rotlicht-Griff

Alle machens, obwohl es unbequem ist: Am Rotlicht umgreift eine Hand die Stange der Ampel. So braucht man nicht abzusteigen und kann gleich zügig bei Grün weiterfahren. Die speckigen Stellen an den meisten Lichtsignalmasten sind gut sichtbares Zeugnis dieser weit verbreiteten Praxis.
Wieso eigentlich so unbequem?, fragten sich die Veloverantwortlichen der deutschen Stadt Marl und brachten auf der Höhe von 1,20 Metern über Boden an den Stangen 30 cm hohe Haltegriffe an, an denen sich Jung und Alt bequem festhalten kann, wenn vor einem Rotlicht gewartet werden muss. Die Kunststofftürgriffe werden abrisssicher mit Spilten in Kippdübel befestigt. Eine zwar unkonventionelle, genial einfache, wenn auch nicht ganz billige Lösung, die Jürgen Göttsche vom Marler Planungsamt entwickelt hat. «Oft sind es die kleinen Dinge, die das Leben bequemer machen», so sein Kommentar zur weltweit einmaligen Lösung. Im Amt hat man sich die Veloförderung schon seit Jahren auf die Fahnen geschrieben. Bereits früher machte das Marler Piktogramm «Damenfahrrad» Furore, das für «Gleichberechtigung auf allen Wegen» sorgt. In der Stadt haben sich die BürgerInnen auch aktiv für Tempo 30 eingesetzt, und sie spendeten wegen der schlechten Finanzlage der Stadt fast 60‘000 DM für die nötigen Verkehrsschilder.

www.ampelgriff.de
/ www.marl.de
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