
Moratorium verlangt
Statt
dessen verlangen die umverkehR-Leute einen Strassenbaustopp und die
sofortige Aufhebung der Zweckbindung der Treibstoff-Abgaben, wie sie
auch eine neue Motion des Zürcher Nationalrates Ruedi Aeschbacher (evp)
fordert. Die St.Galler Nationalrätin Pia Hollenstein (Grüne) setzt sich
für ein zehnjähriges Moratorium im Nationalstrassenbau ein. Sie will
damit auch die bereits beschlossenen, aber noch nicht erstellten
Abschnitte des Nationalstrassen-Netzes aufs Eis legen. Denn: «Sogar das
VBS unter Bundesrat Ogi hat erkannt, dass der Klimawandel die grösste
und wahrscheinlichste Bedrohung unseres Landes ist. Das VBS rechnet für
die Schweiz mit einer halben bis einer Million direkt Betroffenen und
Schäden in der Höhe von mehreren Hundert Milliarden Franken. Deshalb
brauchen wir heute die Wende zugunsten eines umweltfreundlichen
Verkehrs, keine neuen Strassen», begründete Pia Hollenstein ihren
Vorstoss.
Christa Markwalder, freisinnige
Jungpolitikerin und Mitglied des umverkehR-Vorstandes, will innerhalb
der nächsten 10 Jahre eine Million BewohnerInnen der Schweiz für Car
Sharing gewinnen. Markwalder verwies auf zwei Studien des Bundes, die
dem Autoteilen eine grosse Zukunft prognostizieren: «Im Jahre 2004
führt der Bund den Ökobonus ein. Dann steigt das Potenzial für Car
Sharing auf zwei Millionen Leute an. Der Bund soll mindestens die
Hälfte davon mit einem Förderprogramm realisieren», forderte Markwalder
und präsentierte eine entsprechende Motion der jüngsten Nationalrätin
der Schweiz, der Bernerin Ursula Wyss (SP). Mit einem
Investitionsprogramm und privilegierten Parkplätzen soll Car Sharing
zum Durchbruch verholfen werden. «Dann stehen an jeder Strassenecke
Car-Sharing-Fahrzeuge zur Verfügung. Und die Erfahrung der heute 30’000
AutoteilerInnen der Schweiz zeigt: Wer vom eigenen Auto auf Car Sharing
umsteigt, fährt nachher nur noch halb so viel Auto – und spart daneben
noch viel Geld», meinte Markwalder.
Nachhaltig?
Zentrales Anliegen des Autors ist die Konkretisierung eines nachhaltigen Freizeitverkehrs: Dargestellt werden wichtige ökologische Anforderungen und vor allem auch ökologische Defizite. Es wird gezeigt, dass Freizeitverkehr nur im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung sowie der Dynamik des Verkehrssystems und des Freizeitverhaltens verstanden werden kann.
Gegenvorschläge
«umverkehR» macht auch konkrete Vorschläge, wie die Treibstoffgelder sinnvoller verwendet werden können: Zum Beispiel für ein günstiges Generalabonnement zu Fr. 1’200.– oder zur Förderung des Car Sharing und von Leichtmobilen. «Wir wollen nicht im Verkehr ersticken. Und wir wollen eine Schweiz, die der drohenden Klimakatastrophe entgegentritt und sie nicht noch fördert. Nur so sind die Forderungen der Schweiz an den Klimakonferenzen von Den Haag und anderswo auch glaubwürdig», so der Kommentar von «umverkehR»-Präsident Beat Ringger.
Quelle: «umverkehR» / weitere Infos: www.umverkehr.ch