Dr. V. Love

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Wie Freiheit zum Auto wird


Sehr geehrter Dr. V. Love
25 Jahre nach ihrer Gründung kehrt die Freiheits-Partei Schweiz zu ihren Wurzeln zurück. Sie tritt jetzt wieder als «auto-partei.ch» an. Sie sei die einzige, die sich vorbehaltlos für die freie Mobilität und die Interessen der motorisierten Verkehrsteilnehmer einsetze, war in den Medien zu lesen. Wie schön und edel. Kehren damit auch die rüden Attacken eines Michael Dreher gegen Grüne und Linke zurück? Oder ist dies bloss ein weiterer verzweifelter Versuch, eine Partei vor dem Untergang zu retten?

Meinrad I. aus B.


Sehr geehrter Herr Inderbitzin
Verzweifelt nennen Sie das? Da muss ich doch widersprechen: Wir sehen hier vielmehr eine klare Rückbesinnung auf die Stärken der Partei – nach dem Motto «Schuster, bleib bei deinem Leisten». Über 80 Prozent der Schweizer Haushalte besitzen mindestens ein Auto – und das sind doch beste Voraussetzungen für wahrhaft stalinistische Wahlresultate! Abgesehen davon brauchen diese Menschen einen Interessenvertreter, der ihre Nöte kennt, gewissermassen einen Fels in der Brandung des täglichen Verkehrsmeers; die Auto-Partei bietet nun Millionen von Schweizern wieder sicheres Geleit durch Gesinnungsbaustellen, damit sie unbehelligt unter den links-grünen Radarschikanen durchfliegen.
Die Rückbesinnung auf die automobilen Werte ist heute besonders wichtig, denn durch die Globalisierung und den moralischen Relativismus erodieren alle Traditionen. Die Auto-Partei hat gemerkt, dass Freiheit eben nicht absolut gelten kann. Die Freiheit des Einzelnen hört im Schweizer Stau am Kotflügel des Nächs­ten auf – ein wenig attraktives Gesellschaftsmodell.
Unter diesen Umständen ist es zu spät, abstrakt-philosophische Diskussionen über die Bedeutung der Freiheit zu führen. Platz muss her, und zwar bald. Die Auto-Partei wird die Hindernisse auf der Strasse wegräumen – egal, ob es sich um Schwellen, Fussgänger oder VelofahrerInnen handelt. Die Millionen Schweizer Autos haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Und ihre Lenker sollen endlich wieder einmal Gas geben dürfen. Freie Fahrt für freie Bürger eben.

Ergebenst,
Ihr Dr. V. Love

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