Film

Don Camillo und Peppone

Giovannino Guareschi schuf mit Don Camillo und Peppone zwei schillernde Figuren, deren Geschichten auch für die grosse Leinwand adaptiert wurden. Fünf Kinofilme entstanden. Der Schauspieler Fernandel schwang sich dabei als Don Camillo ab und an auf ein Velo. Bruno Angeli
Italien war nach dem Zweiten Weltkrieg während Jahrzehnten in zwei politische Lager geteilt. Auf der einen Seite standen die Christdemokraten (Democrazia Cristiana), auf der anderen die Kommunisten (Partito Communista Italiano). In dieser Zeit spielen die Abenteuer von Don Camillo und Peppone. Der Vertreter der katholischen Kirche ist dabei nicht nur ein Mann des Wortes: «Le mani sono fatte per benedire, ma i piedi no!» («Die Hände sind zum Segnen da, die Füsse aber nicht!») – so gesprochen, traktiert er schon mal einen Kontrahenten mit Fuss­tritten. Solche Aktionen bleiben aber nicht ohne Folgen.
Don Camillo Tarocci wird jeweils von Jesus, der durch das Kruzifix zu ihm spricht, zurechtgestutzt. Auch Peppone, Don Camillos Kontrahent, ist sich nicht zu schade, mit vollem Körpereinsatz seinen Argumenten Nachdruck zu verleihen. Eigentlich heisst der Hitzkopf Giuseppe Bottazzi. Er ist als Bürgermeister ein mächtiger Mann, allerdings ein fiktionaler. Und dass die beiden literarischen Helden beim Publikum besser ankamen als die realen Politiker ihrer Zeit, lag wohl daran, dass sich die beiden in entscheidenden Momenten immer zusammenrauften, gemeinsam eine Lösung fanden und sich dabei für die einfachen Leute einsetzten.
Der vielseitig begabte Giovannino Guares­chi (1908–1968) schrieb zwischen 1946 und 1966 insgesamt 346 Geschichten um diese zwei liebenswürdigen Raubeine. Der Karikaturist, Journalist und Schriftsteller Guareschi liess nicht nur seine Helden ab und an aufs Velo steigen. Der Erzählband «Don Camillo und Peppone» beginnt mit dem Satz: «In meinen jungen Jahren war ich Reporter bei einer Zeitung und trieb mich den ganzen Tag auf dem Fahrrad herum, um etwas Berichtenswertes zu finden.» Gua­reschi liess sich für seine Kurzgeschichten immer wieder amüsante Veloszenen einfallen.

Fernandel und Gino Cervi
Rund um den kämpferischen Priester und seinen Gegner aus dem roten Lager entstanden diverse Filme. Am erfolgreichsten wurden die fünf Kinoadaptionen mit Fernandel (1903–1973) als Don Camillo und Gino Cervi (1901–1974) als Peppone. Sowohl für den Franzosen Fernandel (bürgerlich: Fernand-Joseph Désiré Constantin) wie auch für Cervi wurden diese Rollen zu Markenzeichen. Für die zwischen 1951 und 1965 gedrehten Filme waren «der Mann mit dem Pferdegebiss» und der stämmige Cervi die ideale Besetzung.
Aus der Schlussszene von «Die grosse Schlacht des Don Camillo» aus dem Jahre 1955 stammt die schönste Velo-szene mit dem resoluten Würdenträger. Mit dabei ist auch Peppone, der auf seinem Velo einen schweren Koffer transportiert. Er bekundet Mühe, dem geschmeidig pedalierenden Don Camillo zu folgen. Ziel der beiden ist ihr Städtchen Brescello, wo die verfeindeten Freunde sich wieder ganz ihren geliebten Bürgern und Schäfchen widmen können.  
Im Städtchen – in der Emilia Romagna gelegen –, das als Kulisse für diese Filme diente, besuchen heute jährlich zwischen 40000 bis 50000 Filmfans das Museum «Peppone e Don Camillo».
Mittlerweile hat sich der Kampf zwischen Katholiken und Kommunisten in Italien etwas beruhigt. Beide Parteien beklagten sich aber über mangelndes Engagement ihrer Mitglieder – Typen wie Don Camillo und Peppone scheinen rar geworden zu sein. 

DIE DVD-Box

Don Camillo und Peppone
Edition (2009) – DVD-Box mit fünf Filmen:

1. DVD – Don Camillo und Peppone
Frankreich/Italien 1951
2. DVD – Don Camillos Rückkehr
Italien/Frankreich 1952
3. DVD – Die grosse Schlacht des Don Camillo
Italien 1955
4. DVD – Hochwürden Don Camillo
Italien/Frankreich 1961
5. DVD – Genosse Don Camillo
Italien/Frankreich 1965

Darsteller: Fernandel (Don Camillo), Gino Cervi (Peppone) und andere
Bonusmaterial: Starinfos Giovannino Guares­chi, Starinfos Fernandel, Trailer, Fotogalerie
Vertrieb: Kinowelt


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