Best of 2009 – Produkte des Jahres
Ausgabe 6/2009
Marius Graber
velojournal kürt die besten Produkte des Jahres, die sich aus dem riesigen Angebot an Velos und Veloteilen hervorheben und besonders innovativ oder wegweisend sind.
Hier können Sie den ganzen Artikel als PDF lesen.
Seit velojournal vor zwei Jahren die letzte Best-of-Auswahl präsentiert
hat, sind wieder viele Velos und viele Einzelteile von uns getestet,
ausprobiert und besprochen worden. Von diesen Produkten stechen einige
wenige mit ihrer Innovationskraft, ihrem Design oder ihrem Nutzen
heraus.
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1| Gates «Carbon Drive» Antriebs-System Der Riemenantrieb am Velo ist an sich nicht neu, doch Gates verstärkt den Zahnriemen mit Karbonfasern und nimmt dem Antrieb das bis anhin «gummige» Fahrgefühl. Dies verhindert gleichzeitig das Durchrutschen bei hohem Krafteinsatz. Durch die intelligente Konstruktion der Riemenscheiben wird zudem auch gleich das Schmutzproblem gelöst. Praxistauglichkeit: Die Aussicht, nie mehr eine Kette ölen zu müssen und immer mit einem seidig leicht laufenden Antrieb unterwegs zu sein, ist vielversprechend. Allerdings stehen Langzeiterfahrungen noch aus. Preis: Der Aufpreis von Zahnriemen und Riemenscheiben vorne und hinten gegenüber der normalen Kette bewegt sich im Moment noch bei happigen 300 bis 400 Franken. Fazit: Weniger Verschmutzungsgefahr, weniger Unterhalt. Der Zahnriemen ist insbesondere für das Stadt- und Alltagsvelo eine sehr sinnvolle Weiterentwicklung velojournal 1/09, «Die Zukunft der Kette» |
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2| Tout-Terrain «SC32 Touring» Federgabel-System Während praktisch alle Bikes mit Federgabeln fahren, hat es das Thema Komfort bei den Reiserädern noch immer schwer. Unter anderem wohl deshalb, weil es bisher kaum gute Lösungen gab. Praxistauglichkeit: Gabel, Taschen mit integriertem Gepäckträger, Vorderradnabe und Schutzblech bilden ein Gesamtsystem, welches allen bisherigen Lösungen in Bezug auf Funktion, Gewicht und Handling deutlich überlegen ist. Preis: Gabel 1099 Franken, passende Taschen 439 Franken, passende Vorderradnabe 149 Franken. Fazit: Die Landschaft wird dann am schönsten, wenn die Strassen allmählich schlecht werden. Tout-Terrain nimmt sich der Federung von Reisevelos an und präsentiert ein schlüssiges, wohlüberlegtes Gesamtsystem, das in der Praxis sehr gut funktioniert. Die dazu passende Schutzblechlösung zeugt von der Praxisnähe des Herstellers. velojournal 4/09, «Für nah und fern» |
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3| Racktime «Snapit»-Gepäckträger-System Mit dem «Snapit»-Adaptersystem integriert Racktime bei eigenen Gepäckträgern ein praktisches, angenehm unauffälliges System für Zubehör: Körbe, Taschen, Aktenmappen und neustens sogar ein kleiner Gepäckanhänger lassen sich in null Komma nichts aufklicken. Praxistauglichkeit: Der Adaptermechanismus funktioniert gut, und zu Recht wurde der «Baskit»-Systemkorb Sieger im velojournal-Korbtest. Die Gepäckträger sind schick, mit schlauen Details konstruiert, und bieten sogar einen geschützten Platz fürs Rücklicht. Preis: Systemgepäckträger gibt es ab Fr. 59.90, der passende Korb dazu kostet Fr. 69.90, die Adapterplatte allein kostet 46 Franken. Fazit: Ein praktisches, gut funktionierendes System für den Gepäcktransport. Die Zubehörfamilie wächst von Jahr zu Jahr, sodass immer mehr Transportbedürfnisse abgedeckt werden können. velojournal 5/08, «Einpacken und losfahren» |
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4| Yakkay Helmkonzept Yakkay bringt Style und Eleganz in die Welt der Velohelme. Die Idee, die Helmschale mit einem auswechselbaren, modischen, textilen Überzug zu bedecken, ermöglicht eine völlig neue Ästhetik. Praxistauglichkeit: Helm und Überzüge sind sehr sorgfältig und gut gemacht, die Riemen einfach einzustellen. Schade nur, dass das Grössenanpasssystem nicht auf dem Stand der Technik ist und die Belüftung zu wünschen übrig lässt. Preis: Grundmodell 128 Franken, Überzüge 69 Franken. Fazit: Mit der Rennoptik der meisten Helme sieht man schnell mal aus wie ein geklonter Tour-de-France-Fahrer und bekommt eine Sportlichkeit übergestülpt, die im Alltag und in der Stadt schlicht unpassend ist. Yakkay macht ein radikal anderes, sehr modisches Helmdesign und damit Helme auch für jene tragbar, die sich mit der bisherigen, unattraktiv sportlichen Helmoptik nie anfreunden konnten. velojournal 2/09, «Helm mit Humor» |
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5| Riese-Müller «Delite Hybride» Elektrovelo Riese-Müller verbindet den Komfort des Elektro-Zusatzantriebs mit jenem der Vollfederung. Dies hatte zwar Flyer schon im Jahr 2000 beim «Newflyer» realisiert, seither hat sich aber niemand mehr an ein Serienfahrzeug herangewagt. Praxistauglichkeit: Der Fahrkomfort mit der Vollfederung ist verblüffend. Man merkt es besonders, wenn man danach wieder auf ein ungefedertes Velo steigt. Riese-Müller löst auch die Problemzonen Schutzbleche, Gepäckträger, Licht und schafft es, die Vollfederung mit Alltagstauglichkeit zu verbinden. Preis: 5719 Franken. Fazit: Gerade bei den höheren Geschwindigkeiten und dem höheren Gewicht des Elektrovelos ist eine gute Federung besonders sinnvoll. Nachdem sich die Vollfederung zwar bei den Mountainbikes durchgesetzt hat, bei dem Stadtvelo aber aufgrund vieler schlechter Konstruktionen den Durchbruch nie schaffte, ist doch zumindest auch den Elektrovelofahrern der Komfort zu gönnen. velojournal 4/09, «Das Leichte und das Gefederte» |
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6| Brompton «M3L» Faltvelo Das Brompton gibt es seit 1986. Neu ist es damit also schon lange nicht mehr, doch dank permanenter Weiterentwicklung hält der Klassiker seit Jahren seinen Spitzenplatz unter den Faltvelos. Praxistauglichkeit: Noch immer lässt sich kein Faltvelo so kompakt zusammenfalten wie das Brompton. So passt es als eines der wenigen Modelle in den Eisenbahnwagen der SBB auch zwischen die Sitze. Es steht sicher. Die dazu passenden Fronttaschen sind im Gebrauch praktisch und würden manch ausgewachsenem Velo als Zubehör gut anstehen. Preis: ab 1400 Franken. Fazit: Zwar war das Brompton die älteste Faltvelokonstruktion im diesjährigen velojournal-Test, in seiner Kompaktheit und dem Handling ist es aber noch immer ungeschlagen. Ein echter Klassiker eben. velojournal 2/09, «Fahren, falten, verstauen» |
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7| Brooks «Kotschutzlappen» Spritzschutzlappen waren bisher nie schön. Brooks schafft es, das Nützliche mit der Ästhetik zu verbinden. Der Lappen sorgt für trockene Füsse und saubere Hosen – auch am Designvelo. Praxistauglichkeit: Beim Schutzblechtest in dieser Nummer zeigt sich, wie wirkungsvoll ein Spritzschutzlappen sein kann: Füsse und Hosen werden bei Regen viel weniger nass, alles bleibt sauberer, es braucht weniger Waschmittel, die Velofahrenden werden noch viel seltener krank. Kurzum: Die Welt wird besser! Preis: Fr. 32.50 Fazit: Brooks nimmt sich des hässlichen Entleins an. Die englische Ausführung aus vier Millimeter dickem Kernleder hebt sich wohltuend von den gängigen, unförmigen Gummidingern ab, sodass man sich den «Kotschutzlappen» mit Freude, vielleicht sogar mit Stolz ans Velo schraubt. Schutzblechtest auf Seite 28 |
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8| Vittoria «Randonneur» Pneu Ein platter Reifen verdirbt noch immer den Spass am Velo fahren. Der Pannenschutz bei Reifen wurde von verschiedenen Firmen in den letzten Jahren deutlich verbessert. Meist allerdings auf Kosten des Preises oder des Gewichts. Praxistauglichkeit: Aus dem ausführlichen velojournal-Reifentest für Kassensturz und «K-Tipp» ging der «Randonneur» von Vittoria als Testsieger hervor und schlug in Bezug auf Pannensicherheit auch deutlich teurere und schwerere Konkurrenzreifen. Vittoria verwendet einen überaus zähen Pannenschutzgürtel. Preis: Fr. 33.90 Fazit: Vittoria realisierte einen Fakir-Reifen mit einem akzeptablen Gewicht und zu einem angenehmen Preis. velojournal 3/09, «Fakire und Mimosen» |
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9| Simpel «Optimist» Stadt- und Tourenvelo Mit einer Haarlänge Vorsprung schafft es Simpel, als erster Velohersteller in der Schweiz ein Velo mit dem eben beschriebenen Gates-Riemenantrieb auf den Markt zu bringen. Simpel konstruiert für den «Carbon Drive» einen speziellen Rahmen mit einem aufwändigen Spannmechanismus. Praxistauglichkeit: Der Gates-Antrieb wird kombiniert mit der Shimano-«Alfine»-8-Gang- oder der Rohloff-«Speedhub»-14-Gang-Schaltung, mit mechanischen Scheibenbremsen, Nabendynamo, LED-Lichtanlage und pannensicheren Reifen. Ein innovatives Rundum-Sorglos-Paket. Preis: ab 2495 Franken. Fazit: Nicht nur die Kette muss nicht mehr geölt werden, sondern auch sonst wurde das Velo auf möglichst wenig Unterhalt hin optimiert. Neben Pumpen bleibt einem nur noch eins: Fahren, fahren, fahren. velojournal 4/09, «Für nah und fern» |
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10| Künzi «Magic Flame» Holzkocher Der Holzkocher «Magic Flame» macht Holz als Brennstoff für die Tourenküche wieder attraktiv. Da weder Gas noch Benzin mitgeschleppt werden müssen und kleine Ästchen, wie sie überall herumliegen, verwertet werden können, gehört das Modell zu den leichtesten Kochern. Praxistauglichkeit: Der Kocher aus rostfreiem Stahlblech ist auf Postkartengrösse zusammenklappbar. Er erscheint so solide, als würde er eine Weltumrundung per Rad locker mitmachen. Preis: 99 Franken. Fazit: Wie der «Magic Flame» mit einem kleinen Häufchen Holz in zehn Minuten kochendes Tee- oder Kaffeewasser macht, verblüfft immer wieder von Neuem. Er ist effizient und zaubert kultivierte Lagerfeuerromantik vors Zelt. velojournal 5/09, «Kochen auf Rädern» |
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