Schwerpunkt
Mit dem Velo in die Badi und in die Pfadi
Für Kinder bedeutet das Velo Freiheit. Die Eltern haben aber manchmal ein mulmiges Gefühl, wenn ihre Kinder im Strassenverkehr unterwegs sind. Hier die wichtigsten Tipps, wie Mädchen und Buben sicher durch den Strassenverkehr radeln. Marius Graber
Mit dem Velo werden Kinder selbstständig. Unabhängig vom Mama-Papa-Taxi
und von Busfahrplänen können sie Freunde besuchen, die etwas weiter weg
wohnen, in die Badi fahren, in den Musikunterricht oder den
Sportverein. Doch es ist nicht nur ein Stück Freiheit, das sich die
Kinder mit dem Velo erobern. Sind sie regelmässig so unterwegs, kommen
sie auch zu einer guten Portion Bewegung und sammeln dabei Erfahrungen
im Verkehr. Hier neun Tipps, wie die Sicherheit der Kinder im Verkehr
erhöht werden kann.
- Besprechen Sie mit Ihren Kindern die Routen. Es führen nicht
nur verschiedene Wege nach Rom, sondern auch zur Badi und zum Training.
Suchen Sie nach der sichersten Verbindung und fahren Sie die Route
zuerst zusammen mit ihren Kindern ab. Besprechen Sie die Stellen, die
besondere Aufmerksamkeit verlangen.
- Um Sicherheit im
Strassenverkehr zu vermitteln, bietet Pro Velo Fahrkurse an, in denen
das sichere Verhalten im Strassenverkehr geschult und geübt wird.
Natürlich können Eltern auch selber mit den Jugendlichen üben. Am
besten ist man möglichst viel gemeinsam mit dem Velo unterwegs und die
Eltern zeigen als gute Vorbilder das richtige Verhalten.
Geschicklichkeitsübungen – natürlich auf verkehrsfreien Flächen – oder
Spiele auf dem Velo schulen Gleichgewichtssinn und Koordination und
erhöhen die Fahrsicherheit.
- Achten Sie auf ein gutes,
fahrsicheres Velo. In Anbetracht des raschen Wachstums der Kinder mag
es schmerzen, für ein Jugendvelo viel Geld auszugeben. Nicht selten
fahren die Kinder damit aber jährlich wesentlich mehr Kilometer als
Papa mit seinem Edelrenner. Die Investition in Qualität ist aber
durchaus sinnvoll: Es gibt weniger zu reparieren, und sollte das Kind
dem Velo schnell entwachsen sein, kann das Gefährt zu einem guten Preis
weiterverkauft werden.
- Ein gut eingestelltes Jugendvelo
bringt mehr Sicherheit. Die Sattelhöhe wird so justiert, dass das Kind
mit den Fussballen den Boden noch gut erreichen kann. Wenn die Kinder
ein neues Velo bekommen, ist oft die Distanz zwischen Sattel und Lenker
zuerst etwas gross. Dies kann durch Vorschieben des Sattels, durch
einen kürzeren Lenkervorbau und/oder einen stärker nach hinten
gebogenen Lenker optimiert werden.
- Gutes Licht ist wichtig.
Wenn Kinder und Jugendliche regelmässig im Dunkeln unterwegs sind,
lohnt sich eine gute Nabendynamo-Lichtanlage. Sie ist zuverlässig und
fest am Velo montiert. Idealerweise wird sie mit einem Scheinwerfer
kombiniert, der das Licht über einen Helligkeitssensor automatisch ein-
und ausschaltet. So haben Eltern Gewähr, dass die Kinder immer mit
Licht unterwegs sind, wenn dies nötig ist. Zusätzlich zur
obligatorischen Beleuchtung sind an Velos blinkende Zusatzlampen
erlaubt. Sie machen nicht nur Spass, sondern damit werden die Kinder
auch viel besser gesehen.
- Achten Sie neben der
obligatorischen Lichtanlage auf möglichst viele reflektierende Flächen
am Velo, am Helm, an den Kleidern, der Schultasche etc. Heute gibt es
Reflektoren in ganz diskreter Erscheinung. Immer gut sind helle,
auffällig bunte Kleider.
- Überprüfen Sie die Velos ihrer
Kinder regelmässig und kontrollieren Sie Bremsen und Licht. Bei dieser
Gelegenheit kann das Velo auch frisch gepumpt und die Kette geölt
werden. Die Kinder werdens zwar nicht überschwänglich danken, aber da
ihre Velos danach wieder leichter laufen, werden sich die Kinder freuen.
- Ein
Helm ist wichtig, auch wenn er nicht Pflicht ist. Es lohnt sich, dazu
mit den Jugendlichen klare Abmachungen zu treffen und als gutes Vorbild
voranzugehen. Kompromisse sind bei der Modellwahl angebracht: Ein etwas
weniger funktioneller Helm, der gefällt und getragen wird, nützt mehr
als ein Supermodell, das bloss am Lenker baumelt oder zu Hause liegen
bleibt, weil die Kinder es hässlich finden.
- Die
Risikoabwägung. Ohne Zweifel ist der Strassenverkehr gefährlich. Die
Kinder nicht oder nur passiv am Verkehr teilhaben zu lassen, kann mit
dem Schwimmunterricht verglichen werden: Tiefes Wasser ist auch
gefährlich, deshalb sollen die Kids ja schwimmen lernen. Fürs
Velofahren gilt ebenfalls: je öfter gefahren wird, desto sicherer wird
es für die Kinder.