Film
Ganz hoch hinaus
Lukas Stöckli fuhr vor zwei Jahren in sieben Tagen von Montreux nach Lugano. Die Distanz betrug über 700 Kilometer. Er überwand dabei 32000 Höhenmeter. Eine Equipe des Schweizer Fernsehens begleitete ihn auf seiner Reise. Bruno Angeli
Lukas Stöckli wollte der erste Mountainbiker werden, der einen
Gletscher befährt. Der damals 34-Jährige plante akribisch die härteste
und extremste siebentägige Biketour in den Alpen – mit den steilsten
Trails, die gerade noch von einem Crack befahren werden können. Vor der
Tour wurde jede Teilstrecke rekognosziert, danach ein sechsköpfiges
Betreuerteam zusammengestellt. Ende Oktober 2006 stand die Strecke
fest. Dann nahm sich Stöckli sechs Monate Zeit für die körperliche
Vorbereitung.
Auf dem Programm standen Lauftraining mit Gewichtsmanschetten, ein- bis
vierstündige Bike- und Schneeschuhtouren, Langlaufeinheiten und bis zu
zehn Stunden dauernde Skitouren. Das spezifische Biketraining erfolgte
in schwierigem Gelände. Und in all diesen Trainingsmonaten arbeitete er
zu 100 Prozent in seinem Beruf als Restaurationsvergolder und
Kirchenmalermeister weiter. Dann, am 20. Juli 2007, erwartete ihn in
Martigny das Team des Schweizer Fernsehens. Über den Trail führte
Stöckli ein Tagebuch:
1. Tag, Montreux–Martigny:«Wegen der schlechten Wettervorhersagen
startete ich am Samstagmorgen bereits um 5.15 Uhr in Montreux beim
Schloss Chillon zum Projekt Gipfelstürmer.»
2. Tag, Martigny–La Thuille: «Das Mont-Blanc-Massiv zeigte sich von
seiner schönsten Seite, der Mont-Blanc-Höhenweg war traumhaft mit
seinen langen Singletrails und anspruchsvollen Abfahrten. Mein
Bikerherz schlug höher!»
3. Tag, La Thuille–Châtillon: «Ich stand sogar vor der Entscheidung,
auf der Passhöhe umkehren zu müssen, da es danach einen gefährlichen,
felsdurchsetzten Hang zu überwinden galt.»
4. Tag, Châtillon–Theodulhütte Zermatt: «Kurz vor dem Theodulpass,
meinem heutigen Ziel, lag noch Schnee, dennoch konnte ich fast die
gesamte Etappe fahren und musste nur ein paar Minuten das Bike
schieben.»
5. Tag, Theodulhütte–Breithorn–Täsch: «Angeseilt und von Bergführern
begleitet fuhren wir mit Spikes auf das Breithorn, auf 4165 m ü.M. Rund
150 Höhenmeter mussten wir mit Steigeisen an den Schuhen die Bikes
hochtragen. Die Erstbefahrung eines Viertausenders mit dem Bike in den
Alpen war geschafft!»
6. Tag, Täsch–Baceno: «Der Albrunpass ist der letzte Pass auf dieser
Etappe. Auch dieser kostete nochmals viel Energie. Meine Handgelenke,
Unterarme und auch mein Nacken schmerzten und durch die Darmprobleme
verlor ich viel Zeit.»
7. Tag, Baceno–Lugano: «Auch heute wieder hatte ich mit Durchfall zu
kämpfen, was viel Energie kostete und mich aus dem Rhythmus warf.
Ausserdem verlor ich auf den Laufstücken viel Zeit. Gestern schon habe
ich meine Ernährung umgestellt. Ich trank vor allem Sirup mit
Schüsslersalz.»
Stöckli schwärmt noch heute vom Projekt «Gipfelstürmer». Und zum
gleichnamigen Dokumentarfilm sagt er: «Der Film erzeugt bei mir noch
immer eine Gänsehaut. Allein die beeindruckenden Biker-Aufnahmen in der
faszinierenden Alpen-Landschaft … die Leute vom Schweizer Fernsehen
waren wirklich hautnah dran. Der Streifen kommt nicht nur authentisch,
sondern auch sehr menschlich rüber.»
www.lukasstoeckli.ch
Gipfelstürmer
Darsteller: Lukas Stöckli, Thomas Frischknecht.
Vertrieb: Praesens Film AG, Zürich.
Neben den Sport-aktuell- bzw. Sport-Panorama-Berichten enthält die DVD
eine 30-minütige Zusammenfassung, die am 12. September 2007 auf SF 2
ausgestrahlt wurde.
Bonusmaterial (30 Min.): Helibilder, Downhill-Impresssionen, Panorama.