Test

Gut gepolstert

Sind Veloferien oder Trainingstage angesagt, muss das Velo für den Transport meist eingepackt werden. Egal ob im Auto, im Zug oder im Flugzeug: Das Rad soll heil und unbeschädigt ankommen. Kein Problem mit der richtigen Verpackung. velojournal hat vier Varianten ausprobiert. Marius Graber
Wer sein Velo gern hat, tut gut daran, es für den Transport mit der Bahn, im Flugzeug oder im Auto zu schützen. Oft ist das sogar Pflicht – immer dann, wenn lose Velos gar nicht transportiert werden, oder wenn die Transportbestimmungen ein Maximalmass vorgeben. Im Zug kann mit einem Sack zudem auch Geld gespart werden, das Velo reist dann gratis mit. velojournal hat einen Koffer, eine gepolsterte Reisetasche, einen Transportsack sowie eine passende Kartonkiste getestet. Als Versuchskaninchen musste ein mittelgrosses Damenvelo herhalten, ohne Schutzbleche und Gepäckträger. Und das war gut so, denn schon beim ersten Test mit dem Transportkoffer wäre das Velo mit der Strassenausrüstung angeeckt. Damit das Velo im riesigen Koffer verschwand, mussten beide Räder entfernt werden, bei unserem Modell gar noch der Lenker, was aber nicht bei jedem Velo nötig sein soll. Wer im Umgang mit Inbusschlüssel und Veloteilen einigermassen geübt ist, schafft es, nach rund zehn Minuten die Kofferverschlüsse zuschnappen zu lassen.

Karton als Alternative
Noch mehr Schraubarbeit verlangte die Reisetasche. Hier mussten auch noch Pedale, Wechsel und Sattelstützen entfernt werden. Dafür gibts für die Räder ein eigenes Fach sowie eines für weitere Artikel. Die zusätzliche Arbeit lohnt sich: Die Tasche ist einiges handlicher als der Koffer.
Mit gleich viel Schraubarbeit passt das Velo auch in einen kompakten Karton mit den Massen
120 x 80 x 25 cm, wie er beim Händler meist im Altkarton steht. Der Vorteil: Den Karton bekommt man meist gratis (oder – mein Tipp – gegen einen Kuchen). In der Feriendestination kann er einfach entsorgt und vor dem Abflug bei einem lokalen Händler wieder neu beschafft werden. In einem grösseren Karton können Hinterrad und Schutzbleche sowie Gepäckträger am Velo belassen werden. Die Velotransporttaschen aus dünnem Nylonstoff sind ebenfalls so geschnitten, dass diese Teile nicht demontiert werden müssen – meistens zumindest. Wer ein solch ausgerüstetes Velo besitzt, testet die Reisetasche am besten vorgängig – manchmal ist der Platz eben just ein bisschen zu knapp. Der dünne Textilsack hat den Vorteil, dass er am Zielort einfach zusammengelegt und mitgeführt werden kann, allerdings ist das Velo darin nicht so gut geschützt wie im Koffer oder im Karton. Bleibt also zu hoffen, dass die Mitarbeiter in der Gepäckabfertigung mit einem «zerbrechlichen Gegenstand» wie einer Velotasche auch wirklich sorgfältig umgehen. 
Bei allen vier Transportvarianten kann der Schutz merklich erhöht werden, wenn exponierte Stellen zusätzlich mit Polsterfolie umhüllt und lose Teile an den Rahmen gebunden werden. So übersteht das geliebte Rad die Reise wohlbehalten.

Mehr zum Thema:
In der Ausgabe 3/2005 testete velojournal Velotransportsäcke. (velojournal Ausgabe 3/2005)

Neu wird Tranzbag auch wieder von den SBB vertrieben (siehe Bild).
 
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