Szene

Aufbruchstimmung an der Aare

Mit der fünften Auflage sind die Bike Days am dritten Ort angekommen: Sie finden dieses Jahr vom 8. bis 10. Mai in Solothurn statt. Die Stadt am Jurasüdfuss gilt als Velotourenmekka, und der Anlass wird sie zu einer Velostadt machen. Peter Hummel
Die Bike Days haben eine schwierige Geschichte hinter sich. Als Nachfolger der zu teuren und zu wenig dynamischen Zürcher Messe 2-RAD wurden sie 2004 in Biel lanciert. Unterstützt vom Branchenverband Velosuisse setzte man auf das ehemalige Gelände der Expo.02. Doch die Chemie zwischen dem damaligen Veranstalter und der Stadt Biel stimmte nicht – nach drei Ausgaben wurden die Bike Days vorerst eingestellt.
Im Herbst 2006 trat als neue Organisatorin die FAF AG auf den Plan und zog mit den Bike Days in den Glattpark nach Opfikon, an den Stadtrand von Zürich. Doch FAF unterschätzte die Komplexität des Events. Zu kurze Vorbereitungszeit, zu geringes Budget, Unzulänglichkeiten in der Infrastruktur und der mangelnde Rückhalt in der Branche machten diesen Event zum Flop. 2008 war dann das Gelände «Heitere» in Zofingen in Diskussion, doch die Behörden erteilten keine Genehmigung. Um nicht erneut in Zeitnot zu geraten, wurde deshalb 2008 eine Pause eingelegt.

Zurück zu den Wurzeln
Dann aber war mit Solothurn ein valabler Durchführungsort gefunden. Man zieht also wieder in die Nähe von Biel, ein bisschen «back to the roots». Die topografischen Möglichkeiten sind in Solothurn mit dem Jurasüdfuss praktisch identisch mit jenen in Biel. Solothurn ist aktiv auf den Veranstalter zugegangen, und die Stadt steht hinter dem Anlass. Murielle Blaser, Marketingleiterin von Solothurn Tourismus: «Als Veranstalter des grössten Nordic-Walking-Events und als zentralste Schnittstelle von Schweiz Mobil hat Solothurn bereits eine hohe Kompetenz auf dem Gebiet der ‹human powered mobility›. Die Bike Days passen perfekt.» Bike-Days-Mitgründer Thomas Giger ergänzt: «Biel hatte nicht auf die Bi­­­­ker gewartet, in Solothurn hingegen werden sie geschätzt.»

Grösseres Angebot
Der Veranstalter FAF musste im Glattpark vor zwei Jahren Lehrgeld zahlen. Inzwischen weiss man dort, dass die Branche des «Wanderzirkus» überdrüssig ist. Solothurn muss deshalb als neuer Standort einschlagen. Die Chancen stehen diesmal gut. Das Festivalgelände liegt unmittelbar am Rand der Innenstadt, beim historischen Schanzengraben. Der Racer Bikes Cup (Nachfolger des Swisspower Cups) konnte in die Bike Days integriert werden und führt mitten durch die Altstadt. Während dieses Rennen am Samstag stattfindet, haben am Sonntag die Hobbyfahrerinnen und
-fahrer Gelegenheit zu einem Plauschwettkampf.
Die Bike Days werden auch vier Teststrecken für Citybikes, Elektrovelos, Crosscountry und Downhill anbieten. Den ZuschauerInnen werden BMX- und Mountainbike-Dirtjump-Contests geboten sowie eine BMX-Flatland-Show.
Rund 80 Aussteller werden auf 5000 Quadratmetern 200 Marken vertreten. Im Rahmenprogramm gibts Autogrammstunden, Workshops, ein Springride (das Stelldichein aufgepimpter Cruiser und Chopper) und schliesslich Bikerpartys am Freitag (80’s/90’s) und Samstag (Rockabilly), mitten auf dem Gelände in der Rythalle.

Malerische Kulisse
OK-Präsident Erwin Flury vom Veranstalter FAF ist überzeugt, dass die Bike Days in Solothurn Erfolg haben werden: «Die malerische Kulisse der Altstadt und die attraktiven Testtracks entlang der Aare und vom Weissenstein herunter werden die Zuschauer und die Biker gleichermassen begeistern – und hoffentlich in Scharen anziehen.» Solothurn liegt dazu ideal und ist gut erreichbar. Dennoch dürfte die Stadt an der Aare etwas Zeit brauchen, bis sich hier das nationale Velofestival als jährlicher Treffpunkt etablieren wird.

www.bikedays.ch
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