
Alles begann mit der Notwendigkeit der Gebrüder Freitag, in den
Besitz einer praktischen, robusten und velotauglichen Tasche zu
gelangen. Da es keine zu kaufen gab, wurde kurzerhand selbst
geschneidert. Als Rohstoff wurden gebrauchte Lastwagenplanen verwendet.
Es entstand ein praktisches und gefälliges Produkt, das immer mehr
Anhänger fand. Ein Unternehmen war geboren, dessen Produkte in nur
wenigen Jahren auf der ganzen Welt Verbreitung fanden.
Städte-Erkundung per Velo
Weltweit gefragt ist seitdem auch Daniel Freitag. Er bereist, oft in
Begleitung von Bruder Markus, Städte und Metropolen und hält Vorträge
an Designhochschulen oder führt Verkaufsgespräche. Am Zielort
angekommen, werden Velos organisiert. Damit erkunden die Brüder die
Stadt. Daniel Freitag: «Wir teilen uns manchmal auf und treffen uns –
etwa am Ende eines Strassenblocks – wieder. Wir ‹scannen› so eine Stadt
nach spannenden Locations, Läden und so weiter. Danach suchen wir die
interessantesten Orte gemeinsam auf.»
Alles können sie nicht gemeinsam angehen. Um ihr Unternehmen in Schwung
zu halten, ist eine Aufgabenteilung unumgänglich. Zudem sollen ihre
jungen Familien nicht zu kurz kommen. Es kommt gelegen, dass die Brüder
unterschiedliche Stärken und Neigungen haben. Während Markus der etwas
kritischere Charakter ist, der auch mal eine Idee in Frage stellt und
sich mehr um das «dreidimensional Handwerkliche» kümmert, geht der
geduldigere, ausdauernde Tüftler Daniel «zweidimensional gestalterisch»
ans Werk.
Daniel Freitag ist zufrieden mit seiner Firma und deren Erfolgen. Er
ist stolz darauf, dass seine Denkweise und die Philosophie der Firma
auch auf andere Produkte übertragbar sind. Ihr «Flagstore» in Zürich
besteht aus mehreren aufeinandergestapelten Containern. Hier wurde der
Weiterverwendungsgedanke in ungeahnte Höhen getrieben. Daniel Freitag
ist aber auch ganz glücklich mit dem Gedanken, dass ihr Familienname
allein mit Taschen in Verbindung gebracht wird, einem sinnvollen und
nützlichen Produkt. Und: «Solange Lastwagen mit Planen unterwegs sind,
werden wir diese rezyklieren und zu Taschen verarbeiten.»