
Armin Köhli ist Alltagsvelofahrer und Sportler. Besonders
Radsportler. Einer von denen, für die ein Tag ohne Velo ein verlorener
Tag ist Ein Angefressener eben. Dabei macht der Mann gar keinen
verbissenen Eindruck. Im Gegenteil: Mit seinem gewinnenden Lächeln und
seiner ruhigen Stimme scheint er ein genügsamer und friedfertiger
Mensch zu sein, der mit sich im Reinen ist.
Als Sportler erzielte Köhli viele Erfolge im Bereich des
Behindertensports. Er gewann diverse Medaillen bei
Schweizermeisterschaften auf der Strasse und im Zeitfahren. Auch an
Langdistanz- und Ultradistanzrennen für Nichtbehinderte nahm der
beidseitig unterschenkelamputierte Leistungssportler teil. In letzter
Zeit sorgten aber vor allem seine Fernfahrtunternehmungen für Aufsehen.
Zuletzt 2007, als er von der Schweiz aus die 4805 Kilometer bis nach
Jordanien in sechs Wochen mit seinem Focus-Rennrad zurücklegte. Dabei
machte er auf den Kampf gegen Minen aufmerksam. Bereits vier Mal hat
Köhli eine Radfernfahrt unternommen, die unter diesem Motto stand.
Seine Erfahrungsberichte dazu erschienen jeweils in der «Wochenzeitung»
(WOZ), wo er als Auslandsredaktor arbeitete.
Im Kampf gegen Minen
Vor kurzem hat Köhli seinen Job gewechselt: «Ich will etwas bewirken
können, und nicht nur Fragen stellen und darüber schreiben.» Er stellt
sich nun seit einem Jahr bei Geneva Call ganz in den Dienst des Kampfs
gegen Minen. Geneva Call ist eine international tätige humanitäre
Organisation, die sich dafür einsetzt, dass «non-state actors» (nicht
staatliche, bewaffnete Gruppierungen) sich an humanitäre Normen wie an
das Verbot von Antipersonenminen halten.
Trotz der neuen, anspruchsvollen Arbeit wird das Velofahren weiterhin
ein wichtiger Bestandteil im Leben Köhlis sein. 2008 verzichtet er zwar
auf eine mehrwöchige Extremtour wie die von 2007, keinesfalls aber auf
Radrennen. So ging Armin Köhli kürzlich in Deutschland bei einer
Pacemakers-Radsportveranstaltung, einem Radmarathon über 340 Kilometer,
an den Start. Auch hier wurde Radsport mit politischen Anliegen
verbunden. Beim 4. Pacemakers-Radmarathon wurde für «eine friedliche
und gerechte Welt ohne Atomwaffen» pedaliert. Ganz im Sinne von Köhli.